Fertigungsplanung
Zweck
Diese Seite beschreibt die erweiterten Planungsabläufe in BE-terna Manufacturing. Sie unterstützt Anwender dabei, Bedarfe aus Verkaufsaufträgen oder Planungsvorschlägen zu verarbeiten, automatische Planungsläufe einzurichten und Sonderfälle wie Fertigungsfamilien oder zusätzlichen Personal- und Werkzeugbedarf sauber in die Planung einzubeziehen.
Fachlicher Nutzen
- Übernimmt bei der Auftragsplanung Verkaufseinheit und Verkaufsmenge direkt in den Fertigungsauftrag.
- Beschleunigt die Bearbeitung von Planungsvorschlägen durch Sammelaktionen für Ereignismeldungen.
- Ermöglicht automatische Planungsläufe mit wiederverwendbaren Filtern, Planungshorizonten und Zielbuchblättern.
- Unterstützt Fertigungsfamilien für gekoppelte Produkte oder Mehrfachausbringung je Arbeitsgang.
- Macht zusätzlichen Personal- und Werkzeugbedarf schon im Arbeitsplan und später im Fertigungsauftrag sichtbar.
Bereich Fertigungsplanung
Auftragsplanung mit Verkaufseinheiten
Wenn Sie aus einem Verkaufsauftrag über Aktionen > Planen > Planung einen Fertigungsauftrag ableiten, übernimmt BE-terna Manufacturing nicht nur den Bedarf, sondern auch Einheit und Menge aus der Verkaufszeile. Dadurch bleibt zum Beispiel eine Planung in Paketen oder Paletten im Fertigungsauftrag erhalten, statt automatisch auf die Basiseinheit umzurechnen.
Für Anwender ist das besonders hilfreich, wenn Vertrieb und Fertigung mit derselben Mengensicht arbeiten sollen. Prüfen Sie nach dem Erstellen eines Fertigungsauftrags stichprobenartig die übernommenen Mengen und Einheiten, insbesondere wenn Stücklisten oder Arbeitspläne intern mit Basiseinheiten rechnen.
Empfohlene Prüffolge:
- Öffnen Sie den Verkaufsauftrag.
- Wählen Sie Aktionen > Planen > Planung.
- Erzeugen Sie daraus den Fertigungsauftrag.
- Prüfen Sie im neuen Fertigungsauftrag Menge und Einheitencode der Zeile.
- Vergleichen Sie bei Bedarf die daraus resultierenden Komponenten- und Kapazitätsmengen mit der Basiseinheit des Artikels.
Ereignismeldungen im Planungsvorschlag gesammelt verarbeiten
Im Planungsvorschlag können Sie mehrere Zeilen markieren und anschließend gesammelt Ereignismeldung akzeptieren oder Zurücksetzen der Ereignismeldungen ausführen. Dadurch entfällt das manuelle Aktivieren oder Deaktivieren des Kennzeichens auf jeder einzelnen Zeile.
Typischer Ablauf:
- Füllen Sie den Planungsvorschlag über Vorbereiten > Neuplanung berechnen.
- Markieren Sie einzelne, mehrere oder alle Zeilen.
- Führen Sie über Aktion > Funktion die Sammelaktion zum Akzeptieren oder Zurücksetzen aus.
- Prüfen Sie danach nur noch die verbleibenden Zeilen, die bewusst anders behandelt werden sollen.
Verwenden Sie diese Sammelverarbeitung vor allem dann, wenn mehrere Zeilen zur gleichen Dispositionsentscheidung gehören und nicht einzeln beurteilt werden müssen.
Automatische Planungsläufe über die Aufgabenwarteschlange
Für wiederkehrende Dispositionsläufe kombinieren Sie einen Aufgabenwarteschlangenposten mit einer oder mehreren Planungslauf Einrichtungen. Der Aufgabenwarteschlangenposten steuert den Startzeitpunkt, während die Planungslauf Einrichtung festlegt, in welches Buchblatt die Ergebnisse geschrieben werden und welche Artikel per Filter berücksichtigt werden.
Für die Grundkonfiguration gehen Sie so vor:
- Öffnen Sie Aufgabenwarteschlangenposten und wählen Sie Neu.
- Pflegen Sie unter Allgemein mindestens:
- Art des auszuführenden Objekts = Codeunit
- ID des auszuführenden Objekts = 5140456
- Beschreibung
- Früheste(s) Startdatum/-uhrzeit
- Pflegen Sie im Register Wiederholung die gewünschten Wochentage, die Startzeit und gegebenenfalls die Anzahl der Minuten zwischen Ausführungen.
- Öffnen Sie die Planungslauf Einrichtungsliste und legen Sie dort eine oder mehrere Planungslauf Einrichtungen an.
Wichtige Einrichtungsbausteine in der Planungslauf Einrichtung sind:
- Aufgabenwarteschlangenposten mit Art des auszuführenden Objekts = Codeunit und ID des auszuführenden Objekts = 5140456.
- Buch.-Blatt Vorlagenname und Buch.-Blattname für das Zielarbeitsblatt.
- Artikelbezogene Filter über Feldbezeichnung und Filter Ausdruck.
- Planungsparameter wie Startdatumsformel, Planungshorizont, Nettobedarf, Prod.-Programmplanung und optional automatische Ereignismeldung.
- Optionale Gruppierung über Planungsgruppe, wenn mehrere Planungsläufe getrennt angesteuert werden sollen.
Wenn mehrere Planungsläufe parallel existieren, achten Sie besonders auf überschneidende Artikelfilter. Wird ein Artikel in mehr als einem Planungslauf verarbeitet, kann das Ergebnis im zuletzt berechneten Buchblatt landen und in anderen Arbeitsblättern scheinbar verschwinden. Prüfen Sie in diesem Fall zuerst Planungsgruppe, Filter Ausdruck und die Parameterzeichenfolge des aufrufenden Aufgabenwarteschlangenpostens.
Fertigungsfamilien aus dem Planungsvorschlag erzeugen
Fertigungsfamilien eignen sich für gekoppelte Produkte oder Prozesse, in denen mit einem Arbeitsgang mehrere Artikel oder Mengen gleichzeitig produziert werden. Nach der Aktivierung von Fertigungsfamilie Planung aktiv in der Produktion Einrichtung können Sie Familien im Planungsvorschlag berücksichtigen und daraus direkt Fertigungsaufträge mit Herkunftsart = Familie erzeugen.
Empfohlener Ablauf:
- Aktivieren Sie die Fertigungsfamilienplanung in der Produktion Einrichtung.
- Legen Sie eine Fertigungsfamilie mit allen zugehörigen Artikeln, Mengen und dem gemeinsamen Arbeitsplan an.
- Ermitteln Sie den Bedarf im Planungsvorschlag über Vorbereiten > Neuplanung berechnen.
- Prüfen Sie, ob die Zeilen für die relevanten Familienartikel auf Ereignismeldung akzeptieren stehen.
- Führen Sie Prozess > Ereignismeldung akzeptieren aus und wählen Sie den gewünschten Status des neuen Fertigungsauftrags.
- Kontrollieren Sie im erzeugten Fertigungsauftrag, dass alle Familienpositionen enthalten sind.
Wenn Sie Fertigungsfamilien erstmals einführen, prüfen Sie zusätzlich, ob die beteiligten Artikel tatsächlich mit Beschaffungsmethode = Fertigungsauftrag geführt werden. Im Demo-Szenario ist das häufig zunächst nicht der Fall.
Personal- und Werkzeugbedarf im Arbeitsplan berücksichtigen
Zusätzlich zu den Primärkapazitäten können Arbeitsplanzeilen quantifizierte Anforderungen für Personal und Werkzeuge enthalten. Dafür stehen auf Arbeitsplatzgruppen und Arbeitsplätzen die Ressourcenarten Person und Maschine zur Verfügung. Über Standardkataloge und Arbeitsplanzeilen lassen sich benötigtes Einrichtungspersonal, Bedienpersonal sowie Werkzeuge für Rüsten und Bearbeiten beschreiben und in den Fertigungsauftrag übertragen.
Wenn Ihre Planung heute noch außerhalb von Business Central verfeinert wird, nutzen Sie diese Daten mindestens als einheitliche fachliche Beschreibung des Bedarfs. So bleiben Engpässe durch Personal oder Werkzeuge bereits im Arbeitsplan sichtbar, auch wenn eine externe Feinplanung zum Einsatz kommt.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Die Informationen werden im Arbeitsplan und später im Fertigungsauftrag sichtbar gemacht. Eine vollständige automatische Feinplanung auf Basis dieser zusätzlichen Sekundärkapazitäten ist im aktuellen Funktionsumfang nicht der Schwerpunkt der Lösung.
Ergebnis
- Sie können Bedarfe aus Verkauf, Planungsvorschlag und wiederkehrenden Planungsläufen nachvollziehbar in Fertigungsaufträge überführen.
- Sie kennen die zusätzlichen Einstellungen für Sammelverarbeitung, automatische Planung und Fertigungsfamilien.
- Sie wissen, wie zusätzliche Personal- und Werkzeuganforderungen in die Planungslogik eingebunden werden.
Links