Werkzeugverwaltung
Zweck
Diese Seite beschreibt die Werkzeugverwaltung in BE-terna Manufacturing. Sie zeigt, wie Werkzeuge und Komplettwerkzeuge in den Stammdaten aufgebaut, Arbeitsgängen zugeordnet, bei Ist-Meldungen automatisch protokolliert, über Reparaturaufträge instand gesetzt und bei Bedarf direkt über Werkzeug-Buch.-Blätter gebucht werden.
Fachlicher Nutzen
- Verwaltet Werkzeuge und Komplettwerkzeuge mit eigener Historie und optionalen Werkzeugstücklisten.
- Übernimmt Werkzeugzuordnungen aus dem Arbeitsplan in den Fertigungsauftrag.
- Protokolliert Werkzeugverwendungen automatisch über Werkzeugposten bei der Ist-Meldung.
- Unterstützt Reparaturaufträge mit Fehlercodes, neuer Standzeit und Statuswechseln.
- Integriert Werkzeugbuchungen und Werkzeugnutzung in die Dimensionslogik von Business Central.
Bereich Werkzeugverwaltung
Inhaltlicher Fokus
Werkzeuge, Komplettwerkzeuge und das passende Rollencenter bereitstellen
Für die Werkzeugverwaltung steht ein eigenes Rollencenter zur Verfügung. Darüber erreichen Sie Stammdaten und Einrichtungsdaten für Werkzeuge, Komplettwerkzeuge, Werkzeuggruppen, Fehlercodes und weitere Grundtabellen. Werkzeuge bilden eigenständige Einheiten, während Komplettwerkzeuge mehrere Komponenten über eine Werkzeugstückliste und deren Versionen zu einer produktiv verwendbaren Einheit zusammenfassen.
Diese Trennung ist wichtig, wenn einerseits einzelne Werkzeuge separat gewartet und überwacht werden sollen, andererseits aber im Arbeitsgang eine komplette Werkzeugkonfiguration als Einheit eingesetzt wird.
Richten Sie vor dem ersten Einsatz mindestens diese Stammdaten ein:
- Werkzeuge
- Komplettwerkzeuge und deren Versionen
- Werkzeuggruppen
- Fehlercodes, Fehlerursachen und Lösungen für Reparaturaufträge
- Nummernserien für Reparaturaufträge und beendete Reparaturen
Im Tagesgeschäft läuft die Werkzeugverwaltung typischerweise in dieser Reihenfolge ab:
- Stammdaten und Werkzeugkonfigurationen bereitstellen.
- Werkzeuge oder Komplettwerkzeuge dem Arbeitsgang zuordnen.
- Werkzeugverwendungen bei der Ist-Meldung automatisch protokollieren.
- Bei Bedarf Reparaturen oder Standzeitkorrekturen ausführen.
- Sonderfälle oder manuelle Korrekturen über das Werkzeug Buch.-Blatt nachziehen.
Werkzeuge Arbeitsgängen zuordnen und in Fertigungsaufträge übernehmen
Werkzeuge oder Komplettwerkzeuge werden direkt am Arbeitsgang eines Arbeitsplans gepflegt. Beim Berechnen eines Fertigungsauftrags gleicht das System diese Zuordnung mit der Werkzeug-Artikel-Zuordnung ab und übernimmt passende Werkzeuge in den Auftrag.
Sie können pro Arbeitsgang sowohl echte Werkzeuge als auch reine Beschreibungszeilen führen. Die Zuordnung bleibt sogar bei zertifiziertem Arbeitsplan änderbar, was eine nachträgliche Pflege im laufenden Betrieb erleichtert. Für Komplettwerkzeuge bezieht sich die operative Nutzung immer auf die aktuell konfigurierte Version der Werkzeugstückliste.
So ordnen Sie Werkzeuge am Arbeitsgang zu:
- Öffnen Sie den Arbeitsplan.
- Stellen Sie den Fokus auf den gewünschten Arbeitsgang.
- Wählen Sie Arbeitsgang > Werkzeuge.
- Pflegen Sie Werkzeugart, Nr., Beschreibung und bei echten Werkzeugen die automatisch gezeigte Werkzeugfamilie.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Werkzeug, Komplettwerkzeug und einer rein beschreibenden Zeile ohne Werkzeugbezug.
Werkzeugverwendungen automatisch bei der Ist-Meldung protokollieren
Wenn ein Arbeitsgang eines freigegebenen Fertigungsauftrags Werkzeuge oder Komplettwerkzeuge enthält, erzeugt die Ist-Meldung intern passende Werkzeug Buch.-Blattzeilen und bucht daraus die Werkzeugposten. Dabei werden Auftragsdaten, Arbeitsgangbezug und für Werkzeuge auch die Verwendungsmenge auf Basis der Kavitäten berechnet.
Für Komplettwerkzeuge prüft das System zusätzlich, welche eingebauten Komponenten mit Einsatz bei Istmeldung buchen gekennzeichnet sind. Für diese Komponenten werden parallel eigene Werkzeugposten der Postenart Verwendung gebucht. So bleibt später nachvollziehbar, welche Werkzeuge oder Baugruppen in welchem Fertigungsschritt im Einsatz waren.
Die Verwendungsmenge ergibt sich bei Werkzeugen aus der gemeldeten Menge geteilt durch die Anzahl der Kavitäten. Bei Komplettwerkzeugen werden die aktiven Kavitäten der eingebauten Werkzeuge berücksichtigt.
Reparaturaufträge und Standzeiten steuern
Reparaturaufträge helfen, Störungen, Fehlerursachen und Lösungen an Werkzeugen geordnet zu dokumentieren und die Einsatzfähigkeit wiederherzustellen. Beim Beenden eines Reparaturauftrags werden Werkzeugposten gebucht, die Werkzeugkarte aktualisiert und der Auftrag in die Liste der beendeten Werkzeugreparaturen verschoben.
Wichtige Felder im Reparaturauftrag sind unter anderem Auftragsart, Reparaturstatus, Neue Standzeit, Neue Anzahl von Kavitäten, Buchungsdatum, Werkzeugstatus Neu sowie optionale Fehlercodes. Wenn dieselbe Nummer in offenen und beendeten Reparaturen erhalten bleiben soll, verwenden Sie identische Nummernserien.
Für die fachliche Bewertung dieser Felder sind besonders diese Wirkungen wichtig:
- Auftragsart steuert bereits die spätere Postenart: Reparaturauftrag erzeugt beim Buchen einen Werkzeugposten der Art Reparatur, Service dagegen einen Posten der Art Nachsetzen.
- Reparaturstatus startet mit Neu und kann beim tatsächlichen Beginn auf In Bearbeitung gesetzt werden. Das Feld dient der Planung und Transparenz, sperrt den Auftrag aber nicht technisch.
- Neue Standzeit wird mit der aktuellen Standzeit vorbelegt. Beim Buchen wird genau dieser Wert zum Buchungsdatum in die Werkzeughistorie übernommen.
- Neue Anzahl von Kavitäten wird ebenfalls vorbelegt und aktualisiert beim Buchen die Werkzeugkarte. Das ist wichtig, wenn nach einer Reparatur einzelne Kavitäten dauerhaft stillgelegt oder wieder freigegeben werden.
- Werkzeugstatus Neu wird beim Eintragen der Werkzeugnummer typischerweise mit Produktion vorgeschlagen und beim Buchen in den Status der Werkzeugkarte übernommen.
- Buchungsdatum ist nicht nur formal, sondern fachlich relevant, weil Standzeitänderungen immer zum Buchungsdatum berechnet werden und deshalb von der aktuell sichtbaren Standzeit auf der Werkzeugkarte abweichen können.
Empfohlener Ablauf:
- Öffnen Sie Werkzeugreparaturen und legen Sie einen neuen Reparaturauftrag an.
- Wählen Sie das betroffene Werkzeug.
- Pflegen Sie Auftragsart, Startdatum, Fälligkeitsdatum, Reparaturstatus, Neue Standzeit, Neue Anzahl von Kavitäten, Buchungsdatum und Werkzeugstatus Neu.
- Hinterlegen Sie bei Bedarf Fehlercodes, Fehlerursachen und geplante Lösungen.
- Setzen Sie bei tatsächlichem Reparaturbeginn den Reparaturstatus auf In Bearbeitung und dokumentieren Sie optional den Bearbeiter über Beginn durch.
- Dokumentieren Sie die ausgeführten Arbeiten in den Zeilen.
- Prüfen Sie vor dem Buchen nochmals Buchungsdatum, Neue Standzeit, Neue Anzahl von Kavitäten und Werkzeugstatus Neu.
- Buchen Sie den Reparaturauftrag über Prozess > Buchen.
Beim Buchen entsteht ein Werkzeugposten, die Werkzeugkarte wird aktualisiert und der Auftrag in die beendeten Reparaturen verschoben.
Danach ist der Reparaturauftrag fachlich abgeschlossen: Er bleibt als Historie in den beendeten Reparaturen sichtbar, kann aber nicht mehr geändert werden. Über die gebuchten Werkzeugposten bleibt nachvollziehbar, wann welche Standzeit-, Status- oder Kavitätenänderung wirksam wurde.
Werkzeug-Buch.-Blätter und Dimensionen bewusst nutzen
Das Werkzeug Buch.-Blatt dient für direkte Buchungen wie Verwendung, Standzeitschätzung, Inbetriebnahme, Nachsetzen oder Reparatur. Vor dem Buchen können Zeilen beliebig angepasst werden; danach entstehen unveränderbare Werkzeugposten. Für periodische Vorgänge stehen wiederkehrende Buch.-Blätter zur Verfügung.
Zusätzlich ist die Werkzeugverwaltung in die Dimensionslogik integriert. Vorgabedimensionen von Werkzeugen und Komplettwerkzeugen können in Werkzeugposten, Reparaturaufträge und bei aktivierter Produktionseinrichtung sogar in Ist-Meldungszeilen und die daraus resultierenden Buchungen übernommen werden. Prüfen Sie dabei die maximale Anzahl übertragbarer Dimensionswerte pro Ist-Meldungszeile, wenn sehr viele Werkzeuge beteiligt sind.
Wichtige Hinweise für das Werkzeug Buch.-Blatt:
- Je nach Postenart wird die Menge unterschiedlich interpretiert. Bei Verwendung wird sie mit umgekehrtem Vorzeichen als Verbrauch gebucht. Bei Standzeitschätzung, Inbetriebnahme, Nachsetzen und Reparatur setzt die Menge die Standzeit zum Buchungsdatum; der eingegebene Wert bleibt zusätzlich als ursprüngliche Standzeit im Posten erhalten.
- Bei Verwendung von Komplettwerkzeugen über das Werkzeug Buch.-Blatt fehlt der Bezug zur aktuellen Konfiguration im Fertigungsauftrag. Deshalb wird bei dieser manuellen Buchung nur das Komplettwerkzeug selbst gebucht, nicht automatisch seine Komponenten.
- Weil die Referenzstandzeit immer zum Buchungsdatum berechnet wird, kann ein rückwirkend gebuchter Reparatur- oder Nachsetzen-Posten von der aktuell sichtbaren Standzeit in der Werkzeugkarte abweichen.
- Für wiederkehrende Vorgänge stehen eigene wiederkehrende Buch.-Blätter zur Verfügung.
- In der Ist-Meldung unterstützt das System pro Zeile maximal 10 Dimensionswerte aus Werkzeugen und Komplettwerkzeugen. Darüber hinausgehende Werte werden nicht übernommen.
Ergebnis
- Sie können Werkzeuge und Komplettwerkzeuge fachlich sauber in Arbeitsgänge und Fertigungsaufträge einbinden.
- Sie wissen, wie Verwendungen, Reparaturen und direkte Werkzeugbuchungen historisiert werden.
- Sie können Standzeiten, Status und Dimensionen der Werkzeuge kontrolliert in den Produktionsprozess übernehmen.
Damit bleibt die Werkzeugverwaltung von der Stammdatenpflege bis zur Reparatur- und Journalbuchung auch im laufenden Betrieb konsistent und nachvollziehbar.
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