Logistik

Logistische Rücklieferprozesse in der Fremdfertigung mit BE-terna Manufacturing.

Zweck

Diese Seite beschreibt die logistischen Erweiterungen von BE-terna Manufacturing rund um Rücklieferungen aus der Fremdfertigung. Sie hilft dabei, Wareneingänge des Subunternehmers mit den Standardfunktionen der Lagerlogistik zu verbinden und die Grenzen dieses Ablaufs klar zu erkennen.

Fachlicher Nutzen

  • Nutzt Wareneingang, Einlagerung und Lagereinlagerung aus der Standardlogistik auch für geeignete Fremdfertigungsszenarien.
  • Vereinheitlicht das Vorgehen für Artikeleinkauf und Rücklieferung aus Fremdfertigung.
  • Macht klar, wann der Fremdarbeitsgang der letzte Arbeitsgang sein muss.
  • Verweist bei fehlendem Komponentenbestand auf das Verfahren für ausstehende Verbräuche.

Bereich Logistik

Inhaltlicher Fokus

Ausstehende Verbrauchsbuchungen im Fertigungsauftrag behandeln

Ausstehende Verbrauchsbuchungen sind in einer eigenen Detailseite unter Fertigungsauftrag beschrieben. Nutzen Sie Ausstehende Verbräuche, wenn automatische Rückwärtsbuchungen wegen unzureichendem Lagerbestand nur teilweise gebucht wurden und offene Restverbräuche nachgebucht oder storniert werden müssen.

Beim Rücklauf aus der Fremdfertigung kann dieses Thema relevant werden, wenn auf dem Fremdfertiger-Lagerort Komponenten mit Buchungsmethode = Rückwärts und Verbindungscode beteiligt sind.

Wareneingang in der Fremdfertigung nutzen

Wenn der Fremdarbeitsgang der letzte Arbeitsgang im Arbeitsplan ist, können Sie für die Rücklieferung des Subunternehmers die Standardlogistik von Business Central verwenden. Je nach Lagerorteinrichtung kommen Wareneingang mit Einlagerung oder Lagereinlagerung zum Einsatz.

Damit müssen Wareneingänge aus der Fremdfertigung nicht zwingend über die Lieferfunktion der Einkaufsbestellung gebucht werden. Anwender können für den Artikeleinkauf und für die Rücklieferung bearbeiteter Fremdfertigungsteile ein einheitliches logistisches Vorgehen nutzen.

Wesentliche Regeln dabei sind:

  • Der Fremdarbeitsgang sollte der letzte Arbeitsgang sein, damit die angelieferte Menge korrekt in die logistische Folgeeinlagerung überführt werden kann.
  • Bei nicht letzten Fremdarbeitsgängen ist die Rücklieferung zwar buchbar, der interne Weitertransport zum nächsten Arbeitsplatz wird aber nicht durch die Funktion unterstützt.
  • Sind an diesem Arbeitsschritt Komponenten mit Buchungsmethode = Rückwärts und Verbindungscode beteiligt, kann der Wareneingang bei unzureichendem Lagerbestand abbrechen. Nutzen Sie in diesem Fall entweder eine strikte Abbruchlogik oder das Verfahren für ausstehende Verbrauchsbuchungen.

Lagerort und Logistikeinrichtung vorbereiten

Die benötigte Einrichtung erfolgt auf der Lagerortkarte wie im Business-Central-Standard. Dazu gehört auch die Einrichtung der Lagermitarbeiter für die zugewiesenen Lagerorte. Weitere spezielle Einstellungen in BE-terna Manufacturing sind für diesen Ablauf nicht erforderlich.

Prüfen Sie vor dem operativen Einsatz:

  1. Ist der Lagerort für Wareneingang und Einlagerung eingerichtet, wenn ein zweistufiger Ablauf verwendet werden soll?
  2. Ist für die beteiligten Benutzer ein passender Lagermitarbeiter eingerichtet?
  3. Ist der Fremdarbeitsgang im Arbeitsplan tatsächlich der letzte Arbeitsgang?
  4. Gibt es Komponenten mit Buchungsmethode = Rückwärts und Verbindungscode, die beim Wareneingang automatisch verbraucht werden?

Wenn rückwärts gebuchte Komponenten beteiligt sind, sollte die Logistik Einrichtung so eingestellt sein, dass die Wareneingangsbuchung bei einem Fehler abbricht. Dadurch wird vermieden, dass ein logistischer Vorgang teilweise fortgesetzt wird, obwohl eine zugehörige automatische Verbrauchsbuchung nicht korrekt erfolgen konnte.

Logistik Einrichtung mit Abbruch bei Buchungsfehler Zum Vergrößern anklicken

Alternativ können Sie für geeignete Lagerorte das Verfahren für Ausstehende Verbräuche verwenden.

Wareneingang buchen

Wareneingänge werden mit denselben Funktionen wie im Business-Central-Standard erstellt. Das Buchen des Wareneingangs erfolgt analog zum Wareneingang von normalen Artikelbestellungen.

Für den Ablauf:

  1. Prüfen Sie im Arbeitsplan beziehungsweise im freigegebenen Fertigungsauftrag zuerst, dass der Fremdarbeitsgang tatsächlich der letzte Arbeitsgang ist.
  2. Prüfen Sie danach den Lagerort des Rücklaufs. Unterstützt sind entweder Wareneingang mit Einlagerung oder die Kombination ohne separaten Wareneingang, aber mit Einlagerung als Lagereinlagerung. Zusätzliche Spezialeinrichtungen sind darüber hinaus nicht erforderlich; maßgeblich ist die normale Lagerort- und Lagermitarbeiterlogik des BC-Standards.
  3. Öffnen Sie den Rücklauf des Subunternehmers wie einen normalen BC-Wareneingang und buchen Sie den Wareneingang beziehungsweise registrieren Sie die Lagereinlagerung nach dem für diesen Lagerort gültigen Standardprozess.
  4. Kommt es beim Buchen zu einem Abbruch, prüfen Sie zuerst Komponenten mit Buchungsmethode = Rückwärts und Verbindungscode. Fehlt dort Lagerbestand, entscheiden Sie bewusst zwischen Fehlerabbruch und dem Verfahren für Ausstehende Verbräuche.

Einlagerung nach Wareneingang registrieren

Wenn zweistufige Logistik aktiv ist, erstellt Business Central nach dem Wareneingang eine Einlagerung. Diese Einlagerung registrieren Sie wie im Standardprozess der Lagerlogistik.

Nutzen Sie diesen Ablauf nur, wenn der Fremdarbeitsgang der letzte Arbeitsgang im Arbeitsplan ist. Nur dann kann die angelieferte Menge fachlich korrekt in die logistische Folgeeinlagerung überführt werden.

Lagereinlagerung ohne separaten Wareneingang registrieren

Wenn auf dem Lagerort Wareneingang deaktiviert, aber Einlagerung aktiviert ist, erstellt Business Central direkt eine Lagereinlagerung. Diese können Sie wie gewohnt registrieren, sofern der Fremdarbeitsgang der letzte Arbeitsgang im Arbeitsplan ist.

Für die Variante mit Lagereinlagerung ohne separaten Wareneingang ist auf dem Lagerort insbesondere diese Kombination relevant:

Lagerort mit aktivierter Einlagerung ohne separaten Wareneingang Zum Vergrößern anklicken

Nicht letzte Fremdarbeitsgänge werden durch die Lagereinlagerung nicht unterstützt. Die Kombination aus nicht letztem Fremdarbeitsgang und Lagereinlagerung sollte fachlich ausgeschlossen werden.

Nicht letzten Fremdarbeitsgang bewusst als Ausnahme behandeln

Bei einem nicht letzten Fremdarbeitsgang bucht der Wareneingang in der Bestellung ebenfalls die gelieferte Menge. Der gebuchte Wareneingang wird dann jedoch sofort als vollständig kommissioniert behandelt, und es wird keine Einlagerung erstellt.

Der Transport der angelieferten unfertigen Arbeit zum nächsten Arbeitsplatz muss in diesem Fall manuell organisiert werden. BE-terna Manufacturing unterstützt diesen Folgeprozess nicht automatisch.

Prüfen Sie nach dem Rücklauf immer diese drei Punkte:

  1. Wurde die gelieferte Menge korrekt übernommen?
  2. Wurde die erwartete Einlagerung oder Lagereinlagerung tatsächlich erzeugt und registriert?
  3. Mussten offene Verbräuche wegen fehlender Komponenten separat über Ausstehende Verbräuche bereinigt werden?

Ergebnis

  • Sie kennen die Voraussetzungen, unter denen Wareneingang und Einlagerung in der Fremdfertigung zuverlässig funktionieren.
  • Sie wissen, wann der Rücklauf über Wareneingang, Einlagerung oder Lagereinlagerung sinnvoll ist.
  • Sie können nicht unterstützte Fälle mit nicht letztem Fremdarbeitsgang erkennen und vermeiden.