Verarbeitung von Liefer- und Feinabruf

End-to-End-Ablauf für Belegabruf, Lieferabruf, Feinabruf, kumulierte Mengen und die Übergabe in Versandsteuerung und Transport.

Zweck

Diese Seite beschreibt den täglichen Abrufprozess in Controlled Sales Core: von Rahmenauftrag und Belegabruf über Liefer- und Feinabrufe bis zur aktualisierten Verkaufszeile und zur weiteren logistischen Verarbeitung. Sie richtet sich an Teams, die Kundenabrufe prüfen, Mengen und Termine abstimmen und freigegebene Bedarfe in Versandsteuerung, Konsignation oder Transport weiterverarbeiten.

Fachlicher Zusammenhang

  • Rahmenauftrag oder Rahmenvertrag: Langfristige Kundenvereinbarung, gegen die wiederkehrende Abrufe verarbeitet werden.
  • Belegabruf: Der fachliche Stammdatensatz am Verkaufsbeleg. Er verbindet Kunde, Artikel, Referenz, Werk, Entladestelle, Vertragsdaten und kumulierte Mengen.
  • Lieferabruf: Ein neuer Abrufstand mit eigener Abrufnummer, Abrufdatum und Abrufzeilen. Er wird vor der operativen Verarbeitung freigegeben.
  • Feinabruf: Detaillierte Termin- und Mengenvorgabe. Im Tagesgeschäft erscheinen diese Daten als Abrufzeilen; zusätzlich kann ein eigener Feinabruf erzeugt und freigegeben werden.
  • Kumulierte Mengen: Mengenfortschritt aus Kundensicht und internem Lieferstand. Diese Werte steuern, welche Abrufmenge tatsächlich in Auftragszeilen übernommen wird.

Typische Rollen

  • Vertriebsinnendienst: prüft Abrufdaten, Referenzen und Freigabefähigkeit.
  • Auftragsabwicklung: kontrolliert Verkaufszeilen, Termine, offene Mengen und Folgebelege.
  • Lager und Versand: verarbeiten die freigegebenen Zeilen in Versandsteuerung, Kommissionierung und Transport.
  • Key User: klärt Sonderfälle bei kumulierten Mengen, Korrekturen, Nullstellungen und erneuter Freigabe.

Voraussetzungen

  • Einrichtung und Nummernserien sind gepflegt.
  • Der Rahmenauftrag oder Verkaufsbeleg ist im verarbeitbaren Status vorhanden.
  • Artikel, Debitor, Referenznummer, Werk und Entladestelle sind fachlich korrekt gepflegt.
  • Bei aktivierter Pflichtlogik ist die Eingangsfortschrittszahl im Abruf verfügbar.
  • Lager- und Versandprozesse sind organisatorisch abgestimmt.

Prozesslandkarte

flowchart LR
  A[Belegabruf prüfen] --> B[Feinabrufdaten prüfen]
  B --> C[Lieferabruf erstellen]
  C --> D[Mengen und Termine validieren]
  D --> E[Lieferabruf freigeben]
  E --> F[Verkaufszeilen aktualisieren]
  F --> G[Versandsteuerung ausführen]
  G --> H[Folgeprozesse bei Bedarf übergeben]
  H --> I[Logistikprozess fortführen]

Operativer Ablauf

Process 1) Belegabruf am Rahmenauftrag prüfen Der Belegabruf ist der zentrale Bezug für Abrufnummer, Kunde, Artikel und Lieferkontext.
  • Öffnen Sie die Belegabrufdaten aus dem Rahmenauftrag oder Verkaufsbeleg.
  • Prüfen Sie Referenznummer, Artikel, Kundenbestellnummer, Werk und Entladestelle.
  • Kontrollieren Sie Vertragsbeginn, Vertragsende und den letzten freigegebenen Abrufstand.
  • Prüfen Sie die kumulierte Liefermenge, die Eingangsfortschrittszahl und die Menge in Transit.
  • Klären Sie Abweichungen, bevor Sie einen neuen Abrufstand erstellen.
Process 2) Feinabrufdaten prüfen und zuordnen Feinabrufdaten liefern die detaillierte Bedarfsbasis für Termine und Mengen.
  • Prüfen oder erfassen Sie eingehende Feinabrufdaten, sofern Ihr Prozess diese separat bereitstellt.
  • Ordnen Sie die Feinabrufdaten dem richtigen Kunden, Artikel, Werk, der richtigen Entladestelle und dem passenden Rahmenauftrag zu.
  • Prüfen Sie Terminbezug, Mengen, Start-/Enddatum und Referenzen je Abrufzeile.
  • Nutzen Sie die kumulierten Werte und Differenzen zur schnellen Plausibilitätsprüfung gegenüber dem letzten Abrufstand.
  • Übernehmen Sie nur fachlich gültige Feinabrufdaten in die Freigabe.
Process 3) Lieferabruf oder Feinabruf erstellen Aus dem Belegabruf entsteht ein neuer freizugebender Abrufstand.
  • Verwenden Sie Erzeuge Lieferabruf, wenn ein neuer Lieferabruf zum bestehenden Belegabruf erstellt werden soll.
  • Verwenden Sie Erzeuge neuen Feinabruf, wenn detaillierte Feinabrufdaten als eigene Abrufart verarbeitet werden sollen.
  • Das System übernimmt Referenz, Artikel, Kunde, Kundenauftragsnummer, Werk, Entladestelle und Eingangsfortschrittszahl aus dem Belegabruf.
  • Die neue Abrufnummer wird aus dem letzten freigegebenen Abrufstand fortgeschrieben.
  • Bis zur Freigabe bleibt der neue Abruf fachlich bearbeitbar.
  • Prüfen Sie die vorgeschlagenen Abrufzeilen je Termin und korrigieren Sie nur fachlich begründete Abweichungen.
Process 4) Mengen und Termine vor Freigabe validieren Die Freigabe sollte erst erfolgen, wenn Abrufdaten und Mengenstand zusammenpassen.
  • Kontrollieren Sie Abrufdatum, Abrufnummer, Abrufzeilen, Mengen und Termine.
  • Prüfen Sie, ob die neue Abrufnummer größer als der letzte gültige Abrufstand ist.
  • Prüfen Sie, ob die Abruftermine intern umsetzbar sind, und stimmen Sie Abweichungen mit Vertriebsinnendienst, Lager oder Versand ab.
  • Stimmen Sie unklare Eingangsfortschrittszahlen, Lieferstände oder Transitmengen mit dem Kundenprozess ab.
  • Prüfen Sie, ob Artikel gesperrt sind oder Vertragsdaten den Abrufzeitraum einschränken.
  • Klären Sie, ob Ignoriere Menge in Transit bewusst gesetzt ist und zur aktuellen fachlichen Abstimmung passt.
  • Nutzen Sie für Korrekturen und Nullstellungen die Prüf- und Dokumentationsregeln weiter unten auf dieser Seite.
Process 5) Lieferabruf freigeben Die Freigabe schreibt den Abrufstand fort und bereitet operative Auftragsmengen vor.
  • Geben Sie den Abruf erst nach der fachlichen Prüfung frei.
  • Bei der Freigabe wird die Eingangsfortschrittszahl auf dem Belegabruf fortgeschrieben.
  • Das System setzt den letzten Lieferabrufstand und speichert Freigabedatum sowie freigebenden Benutzer.
  • Fehler werden am Abruf protokolliert, damit Sie sie gezielt korrigieren können.
  • Bei Bedarf kann der letzte Lieferabruf erneut freigegeben werden, nachdem Mengen korrigiert wurden.
Process 6) Verkaufszeilen prüfen Freigegebene Abrufzeilen aktualisieren bestehende Zeilen oder erzeugen neue Zeilen.
  • Existiert für Artikel und Termin bereits eine passende Verkaufszeile, wird diese angepasst.
  • Existiert keine passende Zeile, legt das System eine neue Verkaufszeile an.
  • Die Abrufmenge bleibt als eigene fachliche Information auf der Verkaufszeile sichtbar.
  • Bereits gelieferte Mengen, offene Auftragsmengen und vorhandene Lagerbelege werden berücksichtigt.
  • Prüfen Sie nach der Freigabe, ob Menge, Gewünschtes Lieferdatum, Lagerort und Folgeprozess bereit sind.
Process 7) Versandsteuerung ausführen Fällige Verkaufszeilen werden in Versand- oder Kommissionierprozesse überführt.
  • Starten Sie die passende Versandsteuerung mit Ihren definierten Filtern.
  • Die Versandsteuerung arbeitet auf freigegebenen Auftragszeilen und folgt der jeweiligen Lagerortkonfiguration.
  • Prüfen Sie die vorgeschlagenen Zeilen in der Arbeitsliste auf Fälligkeit und Menge.
  • Markieren Sie die gewünschten Zeilen und erstellen Sie die benötigten Dokumente.
  • Nutzen Sie bei Bedarf direkt die Option für zusätzliche Kommissionierbelege.
  • Kontrollieren Sie nach dem Lauf, ob alle markierten Zeilen in den Zielprozess übergeben wurden.
  • So bleiben Bedarfsplanung im Abruf und logistische Ausführung in der Versandsteuerung klar getrennt.
Process 8) Folgeprozesse übergeben Nach dem Abruf übernimmt die Logistik den passenden Folgeprozess.
  • Übergeben Sie freigegebene Verkaufszeilen nur in die Folgeprozesse, die für den konkreten Standort und Kundenfall benötigt werden.
  • Führen Sie bei Bedarf die Umlagerungssteuerung für standortbezogene Nachversorgung aus.
  • Berücksichtigen Sie Konsignation, wenn der Zielort als Konsignationslager geführt wird.
  • Führen Sie Versand, Umlagerung, Konsignation oder Transport in den jeweils dafür vorgesehenen Prozessseiten weiter.
  • Erstellen Sie Transporte erst auf Basis gebuchter Versandinformationen.

Feldkatalog für Endanwender

Belegabruf

Feld Pflicht Beispiel Bedeutung
Artikelnr. Ja 70000 Artikel, für den Abrufdaten gesteuert werden
Referenznr. Ja VDA-REL-2026-0815 Kundenspezifische Referenz zum Artikel
Bestellnr. Prozessabhängig RA-4711 Kundenauftrags- oder Rahmenvertragsbezug
Werk Ja 1000 Werk des Kunden
Abladestelle Ja TOR-03 Abladestelle beim Kunden
Letzte Lieferabrufnr. (neu) Nein 2026-0141 Letzter freigegebener Abrufstand
Lieferfortschrittszahl Nein 13.800 Intern kumuliert gelieferte Menge
Eingangsfortschrittszahl Einrichtungsabhängig 15.000 Eingangsfortschrittszahl aus Kundensicht
Menge in Transit Nein 400 Geliefert, aber noch nicht kundenseitig bestätigt
Ignoriere Menge in Transit Prozessabhängig Aus Steuert, ob Transitmenge bei der Abrufberechnung berücksichtigt wird

Liefer- und Feinabruf

Feld Pflicht Beispiel Bedeutung
Lieferabrufart Ja Lieferabruf Unterscheidet Lieferabruf und Feinabruf
Lieferabrufnr. (alt) Nein 2026-0141 Vorherige Abrufnummer
Lieferabrufnr. (neu) Ja 2026-0142 Neue Abrufnummer
Lieferabrufdatum (neu) Ja 2026-06-01 Fachliches Abrufdatum
Debitornr. Ja 10000 Debitor des Abrufs
Verwendungsschlüssel Prozessabhängig S Verwendungsschlüssel für Auswertung und Folgebelege
Freigegeben Nein Ja Zeigt, ob der Abruf freigegeben wurde
Letzter Fehler Nein Artikel gesperrt Letzter Fehler aus der Freigabeprüfung

Abrufzeilen

Feld Pflicht Beispiel Bedeutung
Abrufdatum Ja 2026-06-03 Bedarfstermin der Abrufzeile
Menge Ja 800 Abrufmenge für den Termin
Kumulierte Menge Nein 15.800 Kumulierte Abrufmenge bis zum Termin
Menge letzter Abruf Nein 600 Menge des vorherigen Abrufs zum gleichen Termin
Differenz Nein 200 Differenz zum vorherigen Abrufstand
Startdatum / Enddatum Prozessabhängig 2026-06-01 bis 2026-06-07 Zeitraum für mehrtägige oder periodische Bedarfe

Übergabe in den Folgeprozess

Feld Pflicht Beispiel Bedeutung
Gewünschtes Lieferdatum Ja 2026-06-03 Plantermin auf der Verkaufszeile
Abrufmenge Nein 800 Aus Abruf übernommene fachliche Menge
Restmenge in Aufträgen Nein 300 Offene Menge aus verknüpften Aufträgen zum Rahmenauftrag
Menge zu liefern Prozessabhängig 0 Wird nach Abruffreigabe zunächst kontrolliert und später im Versandprozess gesetzt
Lagerortcode Ja HAUSLAGER Lagerkontext für Versand oder Kommissionierung

Kumulierte Mengen und Berechnungslogik

Kumulierte Mengen verhindern, dass Kundenabrufe mehrfach oder zu niedrig verarbeitet werden. Entscheidend ist der Abgleich zwischen Kundenstand, internem Lieferstand und bereits berücksichtigten Mengen.

Wert Bedeutung Pflege/Entstehung
Eingangsfortschrittszahl Vom Kunden bestätigter Mengenstand Wird im Belegabruf oder Lieferabruf gepflegt und bei Freigabe fortgeschrieben
Kumulierte Liefermenge Intern gelieferter Mengenstand Entsteht aus gebuchten Lieferungen, Rücknahmen, Gutschriften, Startwerten oder Korrekturen
Menge in Transit Differenz zwischen intern gelieferter und kundenseitig empfangener Menge Wird aus kumulierter Liefermenge minus Eingangsfortschrittszahl angezeigt
Korrektur Manuelle Anpassung eines Mengenstands Wird in Kum. Lieferung als Korrektur erfasst
Nullstellung Fachlicher Reset zu einem Stichtag Wird als Nullstellung dokumentiert

Vereinfacht verarbeitet die Freigabe die Abrufzeilen nach Termin. Pro Termin wird der Kundenstand um die Abrufzeile fortgeschrieben und mit dem bereits gelieferten oder im Transit berücksichtigten Stand verglichen. Daraus entsteht die Menge, die auf der Verkaufszeile benötigt wird.

Für den schnellen Plausibilitätscheck aus dem Tagesprozess bleibt der direkte Nettoabgleich wichtig:

Netto-Abrufmenge = Eingangsfortschrittszahl - Lieferfortschrittszahl - Menge in Transit

Beispiel:

  • Eingangsfortschrittszahl: 15.000
  • Lieferfortschrittszahl: 13.800
  • Menge in Transit: 400

Ergebnis:

Netto-Abrufmenge = 15.000 - 13.800 - 400 = 800

Beispiel:

  • Eingangsfortschrittszahl: 15.000
  • Kumulierte Liefermenge inklusive Transit: 14.600
  • Abrufzeile zum Termin: 800

Berechnung:

Fortgeschriebener Kundenstand = 15.000 + 800 = 15.800
Offener Bedarf zum Termin = 15.800 - 14.600 = 1.200
Zu übernehmende Menge = maximal Abrufzeile, also 800

Wenn der bereits berücksichtigte Lieferstand höher ist, reduziert das System die zu übernehmende Menge. Ist der Bedarf bereits vollständig gedeckt, wird für diesen Termin keine zusätzliche Verkaufsmenge erzeugt.

Varianten und Sonderfälle

Fall Systemverhalten Vorgehen
Bestehende Verkaufszeile passt zu Artikel und Termin Die Zeile wird aktualisiert. Menge und Termin nach Freigabe prüfen.
Keine passende Verkaufszeile vorhanden Eine neue Verkaufszeile wird erzeugt. Neue Zeile auf Lagerort, Termin und Menge kontrollieren.
Rahmenauftragszeile hat bereits verknüpfte Auftragszeilen Offene Auftragsmengen bleiben erhalten. Nicht manuell löschen, sondern Freigabe erneut ausführen.
Feinabruf trifft passenden Rahmenauftrag Rahmenauftragszeile kann in einen Auftrag überführt werden. Nach Freigabe erzeugten Verkaufsauftrag prüfen.
Feinabruf ohne passenden Rahmenauftrag Das System kann einen neuen Verkaufsauftrag aus den Abrufdaten erstellen. Debitor, Artikel und Termine besonders prüfen.
Lagerbelege existieren bereits Zeilen werden nicht blind gelöscht oder reduziert. Lagerbelege zuerst fachlich klären.
Ignoriere Menge in Transit ist aktiv Transitmenge reduziert die Abrufmenge nicht. Nur verwenden, wenn der Kundenstand bewusst ohne Transitabzug verarbeitet werden soll.
Korrektur in kumulierter Liefermenge Der letzte Lieferabruf wird nach der Korrektur erneut freigegeben. Ergebnis in Verkaufszeilen kontrollieren.
Process Rahmenauftragszeile ohne operative Verkaufszeile Die Versandsteuerung kann aus selektierten Rahmenauftragszeilen operative Verkaufsaufträge erzeugen.
  • In der Arbeitsliste können je nach Lauf sowohl Verkaufsauftragszeilen als auch Rahmenauftragszeilen verarbeitet werden.
  • Mit Erzeuge Beleg wird für selektierte Rahmenauftragszeilen zuerst ein Verkaufsauftrag erzeugt.
  • Die selektierte Menge wird als Menge zu liefern in die neu erzeugten Auftragszeilen übernommen.
  • Danach erstellt die Versandsteuerung die Versand-/Kommissionierbelege auf Basis dieser Auftragszeilen.
  • Praxisregel: Der Lieferabruf bleibt fachlich führend; die operative Zeilenerzeugung kann aber im Versandsteuerungslauf erfolgen.

Prüf- und Dokumentationsregeln für kumulierte Mengen

Process Mengenstand vor Freigabe prüfen Eingangsfortschrittszahl, Lieferfortschrittszahl und Transitmenge müssen zusammenpassen.
  • Prüfen Sie Eingangsfortschrittszahl, Lieferfortschrittszahl und Menge in Transit im Kontext des Belegabrufs.
  • Klären Sie sichtbare Abweichungen, bevor der nächste Liefer- oder Feinabruf freigegeben wird.
  • Dokumentieren Sie den abgestimmten Kunden- und Systemstand für Rückfragen.
Process Korrektur oder Nullstellung nachvollziehbar durchführen Korrekturen und Nullstellungen brauchen einen fachlich abgestimmten Anlass.
  • Erfassen Sie Korrekturen nur mit nachvollziehbarer Begründung.
  • Prüfen Sie nach Korrekturen den resultierenden verfügbaren Abrufstand.
  • Geben Sie Abrufe erst frei, wenn der Mengenstand wieder plausibel ist.
  • Nutzen Sie Nullstellungen nur bei abgestimmten fachlichen Stichtagen, zum Beispiel zum Jahreswechsel.
  • Halten Sie Datum und Anlass intern fest und prüfen Sie danach die Startwerte für den neuen Zyklus.
Process Warnsignale früh erkennen Auffällige Mengenstände sollten vor der nächsten Freigabe geklärt werden.
  • Abrufmengen wirken unerwartet zu klein oder zu groß.
  • Freigaben schlagen trotz plausibler Belegdaten fehl.
  • Transitmengen bleiben über längere Zeit unverändert.

Häufige Fehlerbilder

Process Eingangsfortschrittszahl fehlt Die Freigabe wird blockiert, wenn die Pflichtlogik aktiv ist und Transit nicht ignoriert wird.
  • Ursache: Eingangsfortschrittszahl notwendig ist aktiv, aber die Eingangsfortschrittszahl ist leer oder 0.
  • Auswirkung: Der Lieferabruf wird nicht freigegeben.
  • Lösung: Kundenstand eintragen oder die fachlich passende Transitlogik prüfen, dann Freigabe erneut durchführen.
Process Abrufnummer ist nicht gültig Neue Abrufnummern müssen zum letzten gültigen Abrufstand passen.
  • Ursache: Die neue Abrufnummer ist leer, kleiner als der letzte Abrufstand oder nicht plausibel fortgeschrieben.
  • Auswirkung: Die Freigabe wird abgebrochen.
  • Lösung: Abrufnummer mit dem letzten freigegebenen Stand vergleichen und korrigieren.
Process Referenz oder Belegabruf ist nicht eindeutig Doppelte Referenzen verhindern eine saubere Zuordnung.
  • Ursache: Referenznummer, Kunde, Werk oder Entladestelle führen zu mehreren möglichen Belegabrufen.
  • Auswirkung: Das System kann den Abruf nicht eindeutig einem Prozesskontext zuordnen.
  • Lösung: Referenzen konsolidieren und eindeutige Regeln pro Kunde/Artikel festlegen.
Process Vertragszeitraum oder Artikelstatus verhindert Freigabe Gesperrte Artikel oder Abrufe außerhalb des Vertragszeitraums stoppen die Verarbeitung.
  • Ursache: Artikel ist gesperrt, existiert nicht oder das Abrufdatum liegt außerhalb von Vertragsbeginn und Vertragsende.
  • Auswirkung: Freigabe wird verhindert, bevor Verkaufszeilen geändert werden.
  • Lösung: Artikelstammdaten oder Vertragsdaten korrigieren und Abruf erneut prüfen.

Abschluss-Checkliste

  1. Belegabruf, Referenz, Werk und Entladestelle sind eindeutig.
  2. Liefer- oder Feinabruf enthält plausible Termine und Mengen.
  3. Eingangsfortschrittszahl, kumulierte Liefermenge und Transitmenge sind fachlich abgestimmt.
  4. Abrufnummer und Abrufdatum passen zum letzten freigegebenen Stand.
  5. Abrufstatus ist Freigegeben.
  6. Verkaufszeilen wurden erwartungsgemäß aktualisiert oder erzeugt.
  7. Sonderfälle und Korrekturen sind im Teamprozess dokumentiert.
  8. Versandsteuerung, Konsignation oder Transport können mit den freigegebenen Zeilen fortfahren.

Ergebnis

  • Liefer- und Feinabrufe sind nachvollziehbar von der Bedarfsmeldung bis zur operativen Verarbeitung geführt.
  • Rahmenauftrag, Belegabruf, Verkaufszeile und kumulierte Mengen bleiben fachlich gekoppelt.
  • Versandsteuerung und Lagerabwicklung erhalten belastbare, freigegebene Mengen.
  • Korrekturen, Nullstellungen und erneute Freigaben sind kontrolliert und nachvollziehbar.