Prozesskatalog

Referenzprozesse für Abrufe, Automotive-Aufträge, Einkauf, Ladungsträger, Logistics Supply Chain und EDI in Automotive.

Zweck

Dieser Prozesskatalog bündelt die wichtigsten End-to-End-Abläufe von Automotive mit Bezug auf die realen Arbeitsseiten im System. Er hilft Ihnen dabei, die Lösung nicht nur nach Menüs, sondern nach operativen Prozessschritten zu lesen und in einen belastbaren Sollprozess zu übersetzen.

Kontext

Voraussetzungen

  • Debitoren, Kreditoren, Zusteller, Artikel, Lagerorte und Referenzen sind vorbereitet.
  • Die globale Automotive-Einrichtung ist vollständig gepflegt.
  • Nummernserien, VDA-Codes und Barcode-Szenarien sind vor dem ersten Test abgestimmt.
  • Mobile Endpunkte, Scannerprofile oder ESL-Plattform- und Netzwerkanbindung sind vorbereitet, wenn diese Szenarien Teil des Prozesses sind.

Leselogik dieses Katalogs

  • Jeder Abschnitt beschreibt einen vollständigen Arbeitsgang von der Vorbereitung bis zum fachlichen Nachweis.
  • Die genannten Seiten und Aktionen sind die realen Ankerpunkte, an denen Anwender den Prozess in Automotive steuern.
  • Verwenden Sie diesen Katalog als Prozesssicht und springen Sie danach in die jeweilige Detailseite, wenn Sie Felder oder Sonderfälle vertiefen wollen.
  • Querschnittsthemen wie Mobile oder ESL ergänzen mehrere Hauptprozesse und werden deshalb zusätzlich über eigene Themenseiten vertieft.

Prozesskatalog

Process Lieferabrufe übernehmen und Automotive-Aufträge aufbauen Der Verkaufsprozess läuft operativ über Automotive Sales Order, Plausibility Check, Abrufaktionen und die Kontrolle freigegebener Belege.
  • Beginnen Sie im Automotive Sales Order und prüfen Sie dort zuerst Auftragsart, Auftragsuntertyp, Werk, Abladestelle, Artikelnr. Kunde, Unsere Artikelnr. und die Abschluss- oder Bestellreferenz.
  • Nutzen Sie Plausibility Check, bevor Sie neue Abrufdaten weiterverarbeiten. Prüfen Sie dabei insbesondere Preisfindung, Fortschrittszahlen, Terminlogik und die Wirkung der Methode Freigabe DCO.
  • Verwenden Sie je nach Szenario Create Delivery Call Off, Create Detailled Call Off oder Create Production Synchron Call Off. PAB- und JIT/JIS-Szenarien gehören nur in fachlich passend vorbereitete Aufträge.
  • Kontrollieren Sie nach jeder Freigabe die Seiten Released Delivery Call Off, Released Detailed Call Off und Open Detailed Call Off, damit offene Zeilen, Mengen und Termine sichtbar bleiben.
  • Geben Sie den Auftrag erst dann weiter in Versand oder Produktion, wenn Zu-liefern-Mengen, Transitmengen und Sonderlogiken wie EDL oder BMW JIS fachlich plausibel sind.
Process Einkaufsabrufe und Rahmenbestellungen steuern Im Einkauf führen Automotive Purchase Order, Delivery Call Offs, Purchase Call Off und Purch. Det. Call Off den fachlichen Hauptprozess.
  • Pflegen Sie auf der Automotive Purchase Order zuerst die zwingenden Grunddaten: Order Type, Unsere Artikelnr., Lieferantenreferenz, Werk, Abladestelle, Contract Start, Contract End, Automotive Location Code, Usage und Shipment Sequence.
  • Verwenden Sie Release als bewussten Kontrollpunkt, bevor Sie Create Call Off ausführen. So stellen Sie sicher, dass Vertragsdaten, Preislogik, Verpackungsbezug und Lagerort fachlich abgestimmt sind.
  • Öffnen Sie nach der Abruferzeugung Delivery Call Offs und anschließend Purchase Call Off, um alte und neue Abrufnummer, Lieferhistorie, Delivery Interval, Packmittelbezug, TCQ Received und Freigabeinformationen zu prüfen.
  • Verwenden Sie Purch. Det. Call Off für Rückfragen zu Forecast Horizon, Key of Critical Stock, Consumption Point, TCQ Difference, Übertragungsdaten und Empfangshistorie.
  • Prüfen Sie vor Warehouse Receipt oder weiterer Buchung immer Vendor Shipment No. und Vendor Shipment Date, damit Wareneingang und Nachweis sauber dem Lieferantenbeleg zugeordnet bleiben.
Process Versand, Zustellerdaten und transportrelevante Belege absichern Zwischen Warenausgang und DFÜ ist Sales Transport Data die zentrale Arbeitsseite für Frachtführer, Fahrzeug, Soll-Ankunft und Versandnachweis.
  • Stoßen Sie aus dem Automotive Sales Order zunächst den operativen Versandprozess an, zum Beispiel über Warehouse-bezogene Folgebelege oder Create Warehous Outbound Request.
  • Pflegen Sie in Sales Transport Data Shipment Load Reference No., Customer, Carrier Transfer Date, Carrier Transfer Time, Delivery Date expected, Delivery Time expected, Carrier ID sowie Fahrzeugangaben vollständig.
  • Pflegen Sie Fracht- und Verpackungskosten in der Teilseite Shipping/Packing Cost Sub in einer fachlich nachvollziehbaren Reihenfolge. Nutzen Sie Einfügungen zwischen bestehenden Zeilen bewusst, wenn Zusatzkosten nicht nur am Ende angehängt werden sollen.
  • Ergänzen Sie Delivery EDI, Group Message No., EDI Partner No. sowie Gewichte und Gefahrgutstatus nur dann produktiv, wenn auch die zugehörige Versandlogik fachlich freigegeben ist.
  • Nutzen Sie Packaging Structure, Print Label, Post, Post and Print und Create Transport Advice (VDA4933) erst dann, wenn Transportfall, Packmittel und Versanddokumente vollständig abgestimmt sind.
  • Prüfen Sie nach dem Versand den Zusammenhang zwischen Auftrag, Transport, Posted Sales Shipments und späterer Rechnung, damit keine Lücke im Belegfluss entsteht.
Process Ladungsträger, Leergut und Eigentumslogik verwalten Die Kernseiten LE Account Keeper, LE Empties Movement und LE Account tragen den operativen Nachweis für Eigentum, Bewegungen und offene Bestände.
  • Pflegen Sie Kontoführerbeziehungen zuerst auf LE Account Keeper, damit Debitor, Kreditor oder andere Partner sauber einem LT-Konto zugeordnet sind.
  • Erfassen und buchen Sie Bewegungen über LE Empties Movement nur dann, wenn Lagerort, Bewegungsrichtung und betroffener Kontoführer fachlich klar sind.
  • Nutzen Sie die Druckfunktion auf Bewegungsbelegen gezielt als operativen Nachweis für externe Partner oder interne Abstimmungen.
  • Kontrollieren Sie offene Bestände und Zeiträume im LE Account, damit Abweichungen nicht erst bei Inventur oder Saldenabstimmung sichtbar werden.
  • Stimmen Sie Eigentum, Packstruktur und EDI-Bezug immer gemeinsam ab, wenn Ladungsträger Teil eines Kunden- oder Lieferantenprozesses sind.
Process Logistics Supply Chain für Wareneingang, Lager, Produktion und Warenausgang nutzen LSC wird operativ über LSC Setup, Quality Assurance Activity und Production Backflush gesteuert und ergänzt die klassische Beleglogik um packstück- und lagerorientierte Abläufe.
  • Starten Sie mit LSC Setup und prüfen Sie dort, ob Lagerorte, Artikelkennzeichen, optionale QS-Felder und prozessrelevante Schalter wirklich zum geplanten Ablauf passen.
  • Verwenden Sie Quality Assurance Activity als Arbeitsseite für kontrollierte QS-Entscheidungen im Materialfluss. Trennen Sie klare Standardfälle von QS-Sonderfällen, damit Nacharbeit nachvollziehbar bleibt.
  • Nutzen Sie Production Backflush nur dann produktiv, wenn Produktionsbezug, Verbrauchslogik, Artikelidentifikation und Rückmeldeverhalten vollständig getestet sind.
  • Prüfen Sie Übergänge zwischen LSC, Ladungsträgerlogik und klassischen Verkaufs- oder Einkaufsbelegen mit vollständigen Ende-zu-Ende-Tests, bevor Mobile-, Charge- oder Fremdfertigungsszenarien hinzukommen.
  • Halten Sie Storno- und Korrekturverfahren bewusst getrennt von Standardabläufen, damit operative Verantwortung und Nachweis nicht vermischt werden.
Process Mobile Lager-, Produktions- und Inventurprozesse stabil betreiben Reactor/BE-Mobile Fusion oder Legacy-MDE greifen direkt in operative Belege ein und müssen pro Prozess sauber abgegrenzt, eingerichtet und getestet werden.
  • Legen Sie zuerst fest, ob der mobile Prozess über Reactor beziehungsweise BE-Mobile Fusion oder über eine vorhandene Legacy-MDE laufen soll. Ohne diese Entscheidung werden Menüs, Geräte und Verantwortlichkeiten unsauber.
  • Stimmen Sie Endpunkt, Mandant, Berechtigungen, Barcode- oder Regex-Logik und den betroffenen Lager-, Produktions- oder Inventurprozess gemeinsam ab.
  • Pflegen Sie mobile Einstellungen je Prozessbereich bewusst getrennt, damit Wareneingang, Kommissionierung, Rückmeldung oder Inventur nicht versehentlich dieselben Bedienpfade teilen.
  • Testen Sie je mobilem Prozess mindestens einen vollständigen Ablauf mit echtem Scan, Buchung und Nachweis im Web-Client.
  • Im Mischbetrieb müssen Benutzer, Geräte und Prozessgrenzen zwischen aktueller Mobile-Lösung und Legacy-MDE dokumentiert und kontrolliert bleiben.
Process Elektronische Etiketten als Integrationsprozess absichern Electronic Sales Labels verbinden Business Central, externe Plattform, Access Points und physische Labels. Fachliche Freigabe und Sichtkontrolle sind daher Teil des Prozesses.
  • Definieren Sie zuerst, welche Artikel-, Preis-, Mengen- oder Statusinformationen elektronisch angezeigt werden sollen und welche Datenquelle führend ist.
  • Richten Sie Label-Zuordnung, Layout, Standortbezug und Aktualisierungsauslöser in einer kontrollierten Pilotzone ein, bevor Sie breiter ausrollen.
  • Prüfen Sie Netzwerkfreigaben, Access Points und Funkabdeckung nicht nur technisch, sondern direkt an den geplanten Einsatzorten.
  • Testen Sie mindestens einen vollständigen Änderungsfall von Business Central bis zum sichtbar aktualisierten Label.
  • Definieren Sie, wie falsche Anzeigen, verzögerte Aktualisierung oder nicht zugeordnete Labels erkannt und operativ behandelt werden.
Process EDI-Nachrichten austauschen und Historien sichern EDI Setup, Partner, Message Types sowie Inbound und Outbound Messages bilden die operative Kette für Ein- und Ausgangsnachrichten.
  • Beginnen Sie mit EDI Setup und prüfen Sie dort Nummernserien, Pfade, Webservice-Anbindung, Partnerlogik und Dateinamensregeln, bevor produktive Nachrichten laufen.
  • Pflegen Sie EDI Partner und Partner Lines so, dass Partnerkennzeichen, Nachrichtenrichtung und technische Übergabe exakt zum realen Kommunikationsmodell passen.
  • Verwenden Sie Message Types, um die fachlich zulässigen Nachrichtentypen und ihre Standardbelegung nachvollziehbar zu halten.
  • Steuern Sie eingehende Nachrichten über Inbound Messages mit den Aktionen Import Messages, Check Message, Process Message oder Reprocess Message.
  • Steuern Sie ausgehende Nachrichten über Outbound Messages mit Send Message, Update Delivery Status, Test Mode und Statuskontrolle, damit der Konverterzustand nachvollziehbar bleibt.
Process Sonderprozesse und Abrechnungslogik sicher steuern Porsche Zeitscheibe, Perlenkette, PUS sowie Gutschriftanzeige und Zahlungsavis folgen einer eigenen Prozesslogik und sollten als eigener Prozessblock geführt werden.
  • Nutzen Sie für Zeitscheiben- und Perlenkettenprozesse eine feste zeitliche Steuerung mit klaren Cut-off-Regeln und Sequenzbezug.
  • Stellen Sie sicher, dass PUS- und PSA-Daten aus Feinabrufen und Auftragsunterart durchgängig bis in Warenausgang, Label und DFUE geführt werden.
  • Prüfen Sie, dass Sequenzfreigabe, Verpackung und Versand in derselben Reihenfolge laufen, damit keine inhaltlichen Brüche entstehen.
  • Für Gutschriftanzeige und Zahlungsavis muss die Belegkette je Lieferschein vollständig sein; insbesondere gilt die Rechnung-je-Lieferschein-Regel.
  • Trennen Sie Standardprozess und Sonderprozess klar in Training, Monitoring und Fehleranalyse, damit Ausnahmen den Hauptprozess nicht überlagern.
Process Abweichungen über Workflow und Ereignissteuerung behandeln Event Codes, Error Codes, Event Messages List und Links machen fachliche Abweichungen sichtbar und verbinden sie mit dem betroffenen Prozess.
  • Pflegen Sie Event Codes und Error Codes so, dass Funktionsbezug, Eskalationslogik und die fachliche Bedeutung der Meldung für Anwender nachvollziehbar bleiben.
  • Nutzen Sie Event Messages List als operative Arbeitsliste. Die Seite startet standardmäßig auf nicht bearbeiteten Meldungen und eignet sich deshalb für tägliche Kontrolle und Abarbeitung.
  • Verwenden Sie Links, um Ereignisse direkt mit Aufträgen, Abrufen oder anderen Folgeobjekten zu verbinden. So bleibt die Ursache einer Meldung nicht losgelöst vom betroffenen Beleg.
  • Definieren Sie klar, welche Meldungen nur Hinweischarakter haben und welche bearbeitet werden müssen. Felder wie May Be Ignored sollten bewusst und nicht pauschal genutzt werden.
  • Prüfen Sie Workflow- und Ereignisregeln regelmäßig auf Mehrwert, damit Meldungen im Echtbetrieb helfen statt nur Rauschen zu erzeugen.

Ergebnis

  • Sie können die wichtigsten Automotive-Prozesse als reale Arbeitsketten im System einordnen.
  • Sie sehen, welche Seiten und Aktionen den jeweiligen Prozess fachlich wirklich steuern.
  • Sie haben eine belastbare Grundlage, um Trainings, Tests und Detaildokumentation pro Prozessbereich gezielt weiter auszubauen.