Mobile Prozesse, BE-Mobile Fusion und Legacy-MDE
Zweck
Diese Seite erklärt, wie mobile Scannerprozesse in Automotive fachlich und technisch einzuordnen sind. Sie verbindet die heutige Zielarchitektur rund um Reactor Mobile beziehungsweise BE-Mobile Fusion mit dem Altfall der Legacy-MDE-Lösung. Damit können Projektleitung, Key User und technische Einrichter sauber entscheiden, welche mobile Betriebsform zu einem Prozess passt und wie sie stabil eingerichtet wird.
Wann welche mobile Lösung sinnvoll ist
| Situation | Empfohlener Weg | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Neueinführung oder aktuelles Projekt | Reactor Mobile beziehungsweise BE-Mobile Fusion verwenden | Dies ist der vorgesehene Weg für aktuelle mobile Lager-, Produktions- und Inventurprozesse. |
| Bestehender Altkunde mit historischer MDE-Lösung | bestehende Legacy-MDE gezielt weiterbetreiben | Die Altlösung ist kundenspezifisch gewachsen und sollte nicht als neuer Standard eingeführt werden. |
| Übergangsphase mit Mischbetrieb | Prozessgrenzen klar trennen | Ohne klare Abgrenzung entstehen doppelte Buchungen, unklare Menülogik und widersprüchliche Bedienwege. |
| Reine Detailfragen zur Reactor-App | Detailmodule der Mobile-Solutions-Dokumentation verwenden | Dort sind heutige App-Funktionen pro Modul bereits separat beschrieben. |
Mobile Prozesse sind echte Ausführung, nicht nur Komfortoberfläche
In Automotive sind mobile Prozesse keine bloße Zusatzmaske. Der Scan auf dem Gerät steuert reale Lager-, Packstück- und Produktionsbewegungen. Fehler in Barcode-Logik, Endpunkt, Lagerplatzzuordnung oder Pflichtfeldern wirken deshalb sofort operativ.
Typische mobile Einsatzfälle sind:
- Wareneingang und mobile Packstrukturerfassung,
- Einlagerung und Lageraktivitäten,
- Komponentenbereitstellung und Werkeranforderung,
- Produktionsrückmeldung,
- Kommissionierung und Warenausgang,
- mobile Inventur und Bestandsabgleich.
Gerade in Logistics Supply Chain ist deshalb entscheidend, dass mobile Erfassung, Stammdaten, Packstruktur und Lagerlogik gemeinsam gedacht werden.
1. Reactor Mobile beziehungsweise BE-Mobile Fusion als Zielbild
Für aktuelle Projekte sollte die mobile Nutzung grundsätzlich über die heutige Mobile-Lösung geplant werden. Im Repo sind dazu bereits eigene Modulbereiche vorhanden, etwa für Logistik, Produktion und Inventur. Die Automotive-Perspektive dieser Seite konzentriert sich deshalb auf die Einordnung im Gesamtprozess und auf die wichtigsten Einrichtungsentscheidungen.
Typische Einrichtungsbereiche
| Bereich | Was dort festgelegt wird |
|---|---|
| Logistik | Auswahl und Verarbeitung von Lageraktivitäten, Scanlogik, Lagerbelegmuster, mobile Kommissionierung und Einlagerung |
| Produktion | Komponentenbereitstellung, Produktionsrückmeldung und zugehörige mobile Pflichtlogik |
| Inventur | mobile Zählung, Artikel- oder Packstückerfassung und prüfbare Bestandsrückmeldung |
Endpunkt- und Profilgedanke
In der Alt-Dokumentation wird deutlich, dass mobile Anwendungen je Endpunkt und Mandant sauber profiliert werden müssen. Für aktuelle Projekte gilt derselbe Grundsatz weiter:
- je Zielumgebung ein eigener freigegebener Endpunkt,
- klare Trennung zwischen Test, Sandbox und Produktivbetrieb,
- eindeutige Zuordnung von Mandant, Authentifizierung und Prozessumfang,
- keine Weitergabe veralteter Testzugänge in allgemeiner Endanwenderdokumentation.
Die ältere Fusion-Beschreibung geht von einem OData-V4-basierten Endpunkt aus. Für aktuelle Projekte sollten Sie immer den Endpunkt- und Authentifizierungsweg verwenden, der im jeweiligen Reactor- oder Fusion-Projekt technisch freigegeben ist.
2. Legacy-MDE bewusst als Altfall behandeln
Die alte MDE-Anwendung ist historisch gewachsen und war für klassische Scannerprozesse in älteren Installationen relevant. Für neue Einführungen ist sie nicht der bevorzugte Zielweg. Wenn eine Bestandsinstallation sie weiterhin nutzt, sollte sie bewusst als Legacy-Fall verwaltet werden.
Was in Business Central beziehungsweise NAV gepflegt werden muss
Die Alt-Dokumentation nennt vor allem diese Einrichtungsbereiche:
| Bereich | Fachliche Bedeutung |
|---|---|
| MDE Beschriftung | Texte und Captions für die mobile Anzeige |
| MDE Funktionsgruppen Liste | Hauptmenügruppen und sichtbare Buttonbereiche |
| MDE Funktionen Liste | verfügbare Funktionen und deren Zuordnung |
| MDE Funktionsgruppenverknüpfung | welche Benutzer welche Funktionsgruppen sehen |
| MDE Menüverknüpfung | welche Funktionen in welchem Menü angeboten werden |
Wichtig ist dabei: Änderungen an Beschriftungen oder Funktionen sind nicht nur lokal zu testen. Sie müssen im kundenspezifischen Gesamtmenü überprüft werden, weil Sichtbarkeit, Reihenfolge und Aufruflogik direkt von diesen Tabellen abhängen.
Export und Transport von Alt-MDE-Einrichtungen
Wenn Legacy-MDE in einem Bestandsprojekt weitergeführt wird, sollten Beschriftungen und Konfigurationen kontrolliert zwischen Umgebungen transportiert werden. Dafür sind die bereits beschriebenen Export-/Import-Funktionen für MDE-Konfiguration und MDE-Beschriftungen relevant.
3. Empfohlener Einrichtungsablauf für aktuelle Projekte
- Legen Sie zuerst fest, ob der Prozess auf Reactor/BE-Mobile Fusion oder auf einer vorhandenen Legacy-MDE basiert.
- Trennen Sie neue Prozesse strikt von Alt-MDE-Sonderwegen, wenn kein bewusster Mischbetrieb abgestimmt wurde.
- Bereiten Sie Endpunkt, Mandant, Berechtigungen, Barcode-Logik und relevante Lager- oder Produktionsparameter vor.
- Pflegen Sie die mobilen Einstellungen je Prozessbereich, also Logistik, Produktion oder Inventur.
- Testen Sie je Prozess mindestens einen vollständigen Ende-zu-Ende-Fall mit echtem Scan, Buchung und Nachweis im Web-Client.
- Definieren Sie für Störung, Offline-Fall oder Fehlscan immer einen klaren manuellen Rückfallprozess.
4. Besonderheiten im Mischbetrieb
Ein Mischbetrieb aus alter MDE und heutiger Mobile-Lösung ist nur dann beherrschbar, wenn Prozesse, Geräte und Verantwortlichkeiten sauber getrennt sind.
Trennen Sie in solchen Projekten mindestens:
- welche Lager- oder Produktionsschritte ausschließlich über Legacy-MDE laufen,
- welche Prozesse nur noch über Reactor/BE-Mobile Fusion ausgeführt werden,
- welche Benutzer und Geräte welchem Betriebsweg zugeordnet sind,
- wie Doppelbuchungen und parallele Scanpfade verhindert werden.
Fehlt diese Trennung, entstehen typische Symptome wie falsche Menüs, unklare Buchungsergebnisse oder widersprüchliche Rückmeldungen im operativen Prozess.
Kontrollschritte
| Zeitpunkt | Was Sie prüfen |
|---|---|
| Vor Projektstart | Zielarchitektur für Mobile eindeutig festgelegt |
| Vor erstem Gerätetest | Endpunkt, Mandant, Authentifizierung und Prozessumfang stimmen zusammen |
| Vor Go-live | mindestens ein realer Wareneingangs-, Lager-, Produktions- oder Inventurtest erfolgreich |
| Bei Mischbetrieb | Prozessgrenzen zwischen Legacy-MDE und heutiger Mobile-Lösung dokumentiert |
| Nach Änderungen | Sichtbarkeit von Menüs, Funktionen, Regex-Logik und Belegverarbeitung erneut geprüft |
Typische Fehlerbilder
| Situation | Mögliche Ursache | Prüfschritt |
|---|---|---|
| Benutzer sieht falsche oder zu wenige Menüs | Funktionsgruppe, Menüzuordnung oder Modulfreigabe passt nicht | Mobile-Menülogik und Berechtigungen prüfen |
| Login klappt, aber es erscheinen keine Daten | Endpunkt, Mandant oder Authentifizierung stimmt nicht | Profil- und Serviceeinrichtung prüfen |
| Scan ruft falschen Beleg auf | Barcode- oder Regex-Logik ist nicht passend gepflegt | Dokumentmuster und mobile Feldlogik prüfen |
| Mobile Buchung scheitert trotz scheinbar korrektem Prozess | Lagerplatz, Packstruktur, Charge oder Pflichtfeld fehlt | BC-Stammdaten und mobilen Prozessfall gemeinsam prüfen |
| Mischbetrieb erzeugt widersprüchliche Ergebnisse | Legacy-MDE und aktuelle Mobile-Lösung greifen in denselben Prozess ein | Prozessabgrenzung und Geräteverwendung prüfen |
Ergebnis
- Sie können aktuelle mobile Zielprozesse von historischen Legacy-MDE-Szenarien sauber unterscheiden.
- Sie wissen, welche Einrichtungsbereiche für mobile Lager-, Produktions- und Inventurprozesse kritisch sind.
- Sie vermeiden Fehlstarts, weil Endpunkt, Menülogik, Prozessgrenzen und operative Tests bewusst zusammengeführt werden.
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