Einrichtung und Stammdaten

Einrichtung von Automotive für Stammdaten, Automotive-Parameter, Debitoren, Kreditoren, Ladungsträger, Lagerlogik und Barcode-Szenarien in Business Central.

Zweck

Diese Seite beschreibt die fachlichen und technischen Grundlagen für Automotive auf Basis des aktuellen AL-Codes. Der Schwerpunkt liegt auf einer praxistauglichen Einführungsreihenfolge, damit Abrufe, Automotive-Aufträge, EDI-Nachrichten, Ladungsträgerprozesse und optionale Logistics-Supply-Chain-Szenarien später stabil zusammenarbeiten.

Bevor Sie beginnen

  • Microsoft Dynamics 365 Business Central und die benötigten Lizenzen für Automotive sind installiert.
  • Der aktuelle App-Stand ist als Cloud-Lösung ausgelegt. Planen Sie die Einrichtung deshalb für SaaS oder eine äquivalente Cloud-Betriebsform.
  • Die abhängige App BE-terna Barcode Service ist installiert und technisch einsatzbereit, weil Etiketten- und Barcode-Szenarien daran anknüpfen.
  • Die Grundstammdaten für Artikel, Debitoren, Kreditoren, Zusteller, Lagerorte, Länder, Einheiten und Lieferbedingungen sind vorbereitet oder für die Migration verfügbar.
  • Sie haben entschieden, ob optionale Szenarien wie EDL/Konsi, Q-Status, Mobile Datenerfassung oder Logistics Supply Chain im ersten Projektumfang enthalten sind.

Einordnung in den Business-Central-Standard

Automotive ersetzt in der Einrichtung nicht die BC-Basis. Die Lösung ergänzt Standardstammdaten und Standardparameter um automotive Pflichtfelder, VDA-Logik, EDI-Parameter sowie transport- und packbezogene Zusatzregeln. Für Anwender ist deshalb wichtig, zwei Sichten sauber zu trennen:

  • BC-Standard-Sicht für Länder, Einheiten, Währungen, Nummernserien, Artikel, Debitoren, Kreditoren, Zusteller und Lagerorte als fachliche Basis.
  • Automotive-Sicht für Automotive Setup Wizard, Automotive Einrichtung, EDI Setup, VDA-Felder, Transportnummern, Packstruktur und optionale LSC- oder LT-Logik.
BC-Standardobjekt Erweiterung in Automotive Warum das für Anwender wichtig ist
Länder oder Regionen, Einheiten und Währungen VDA-Ursprungsland, Handelspräferenz, VDA-Einheitencode und VDA ISO-Key Ohne diese Basisdaten kann der Setup Wizard nicht sauber abgeschlossen werden.
Artikel, Debitoren, Kreditoren, Zusteller und Lagerorte Automotive-Felder für Referenzen, Werk, Abladestelle, EDL/Konsi, Packlogik und Transport Die Stammdaten bleiben Standardobjekte, werden aber später um branchenspezifische Pflichtangaben erweitert.
Nummernserien Nummern für Automotive-Aufträge, Transporte sowie ein- und ausgehende EDI-Nachrichten Eine saubere Nummernlogik ist Voraussetzung für Nachvollziehbarkeit und Belegfluss.
Assisted Setup in BC Automotive Setup Wizard Der Wizard ist der geführte Einstieg in die Automotive-Einrichtung, ersetzt aber nicht die Pflege der eigentlichen Stammdaten.
Lagerorte, Journalvorlagen und Buch.-Blätter Logistics SMART, LSC, automatische EDI-Buchungen und Barcode-nahe Prozesse Ohne passende Lager- und Buchungsbasis laufen spätere Folgeprozesse zwar an, aber nicht stabil.
graph LR;

%% Nodes
A[BC Stammdaten]
B[Automotive Setup Wizard]
C[Automotive Einrichtung]
D[EDI Setup]
E[Artikel Partner Lagerorte]
F[Verkauf Einkauf LT und LSC Prozesse]

%% Flow
A -.- B
linkStyle 0 stroke:#ffffff
B ==> C
B ==> D
C ==> E
D ==> E
E ==> F

%% Classes
class A btProcessTitle
class B,C,D,E,F btProcessActive

Merken Sie sich für die tägliche Arbeit: Fehlen Pflichtwerte bereits in den BC-Grundstammdaten, löst die spätere Automotive-Einrichtung dieses Problem nicht. Die Basis muss zuerst stimmen.

Empfohlene Einführungsreihenfolge

graph LR;

%% Nodes
A[Produktbasis und Abhaengigkeiten pruefen]
B[Automotive Setup Wizard ausfuehren]
C[Pflichtstammdaten fuer Land Einheit Waehrung ergaenzen]
D[Automotive Setup pflegen]
E[EDI Setup vervollstaendigen]
F[Artikel Partner und Packlogik pflegen]
G[LSC oder Logistics SMART nur bei Bedarf aktivieren]
H[Barcode Druck und Go-Live-Pruefung abschliessen]

%% Flow
A -.- B
linkStyle 0 stroke:#ffffff
B ==> C
C ==> D
D ==> E
E ==> F
F ==> G
G ==> H

%% Classes
class A btProcessTitle
class B,C,D,E,F,G,H btProcessActive

1. Produktbasis und App-Abhängigkeiten prüfen

Prüfen Sie zuerst, ob die richtige BC-Version, die Automotive-App und ihre abhängigen Apps aktiv sind. Der aktuelle Code verweist insbesondere auf den BE-terna Barcode Service, die Reactor-Plattformbasis und weitere technische Bausteine. Für die Praxis bedeutet das vor allem: Barcode- und Etikettenszenarien sind kein später Zusatz, sondern Teil der geplanten Cloud-Einrichtung.

2. Automotive Setup Wizard zuerst ausführen

Der Code stellt einen Automotive Setup Wizard als Assisted Setup bereit. Dieser Wizard wird über die geführte Einrichtung registriert und ist für typische Rollen wie Business Manager, Accountant und Order Processor vorgesehen.

Der Wizard erledigt drei wichtige Grundschritte automatisch:

  • Er initialisiert die Automotive-Basisdaten.
  • Er erzeugt die EDI-Basisdaten.
  • Er legt ein Standardobjekt für ein Pseudo-Ladungsträger-Szenario an.

Zusätzlich erzwingt der Wizard drei fachliche Mindestprüfungen, bevor Sie sauber abschließen können:

  • mindestens ein Land oder eine Region mit VDA-Ursprungsland und Handelspräferenz
  • mindestens eine Einheit mit VDA-Einheitencode
  • mindestens eine Währung mit VDA ISO-Key

Führen Sie diesen Schritt bewusst früh aus. Wenn diese Mindestdaten fehlen, werden Folgeeinrichtungen zwar teilweise gepflegt, aber nicht stabil nutzbar.

3. Grundstammdaten vorbereiten

Legen Sie Artikel, Debitoren, Kreditoren, Zusteller, Lagerorte, Länder, Einheiten und Lieferbedingungen an, bevor Sie Automotive-spezifische Einstellungen pflegen. Viele Automotive-Felder bauen direkt auf diesen Stammdaten auf und können sonst nicht vollständig oder korrekt gepflegt werden.

Ergänzen Sie dabei insbesondere schon die Werte, die der Setup Wizard später oder sofort prüft:

  • Länder oder Regionen mit Ursprungsland- und Präferenzlogik
  • Einheiten mit VDA-Einheitencode
  • Währungen mit VDA ISO-Key

4. Zentrale Automotive-Einrichtung pflegen

Die Seite Automotive Einrichtung steuert die globalen Grundparameter der Lösung. Besonders wichtig sind:

Bereich Feld oder Thema Bedeutung
Allgemein Unsere Werknr. Identifiziert Ihr Werk im Automotive-Kontext. Der Wert wird in nachgelagerten Nachrichten und Belegen verwendet.
Allgemein D-U-N-S-Nummer Wichtig für Partneridentifikation im Nachrichtenaustausch.
Allgemein VDA ISO-Key Währung Steuert die branchenspezifische Währungsdarstellung in Dokumenten und EDI.
Allgemein Meldungen ohne Ereignissteuerung Legt fest, ob Meldungen ohne Event Control protokolliert und als einfache Meldung ausgegeben werden.
Allgemein Doppelte Artikelreferenzen prüfen Hilft, fehlerhafte oder doppelte Cross-References früh zu erkennen.
Verkauf Auftragsnummernserie Vergibt Nummern für Automotive-Verkaufsaufträge.
Verkauf Transport-Nummernserie Muss numerisch sein und darf maximal acht Stellen haben. Diese Einschränkung wird im Code aktiv geprüft.
Verkauf Auftragsstatus beibehalten Wichtig, wenn Sie ohne klassischen Warenausgang arbeiten und den bisherigen Status nach dem Buchen zurücksetzen wollen.
Verkauf Konsi auf Basis Artikel Steuert, ob das EDL/Konsi-Kennzeichen vom Artikel statt vom Debitor übernommen wird.
Verkauf EDL/Konsi-Rechnung buchen Erlaubt automatische Fakturierung in Konsignationsszenarien, setzt aber die passende Versandlogik voraus.
Verkauf Kontoführer prüfen Erzwingt vor dem Buchen die Prüfung, ob für Ladungsträger ein Kontoführer hinterlegt ist.
Verkauf Preiseinheit Vorgabewert für die VDA-Preiseinheit auf Artikel- und Preiszeilen.
Verkauf Zu buchende Zeilen prüfen Begrenzt die Buchung bei Abrufaufträgen auf Zeilen mit Menge größer null.
Einkauf Lieferschein-DFÜ buchen Automatisiert den Wareneingang aus eingehenden EDI-Lieferscheinen. Diese Option darf nur mit passender Lagerlogik aktiviert werden.
Einkauf Bestellstatus beibehalten Setzt den Status einer Bestellung nach dem Buchen auf den vorherigen Zustand zurück.
Einkauf Nur Einkaufszeilen mit Menge buchen Verhindert Folgefehler durch leere Bewegungszeilen.
Etikettendruck Etiketten direkt drucken oder als Anhang speichern Steuert, ob Warenanhänger sofort gedruckt oder als Dokumentanhang gesichert werden.

5. EDI-Einrichtung vervollständigen

Die Seite EDI Setup ist im aktuellen Code kein Nebenthema, sondern ein eigener zentraler Einrichtungsblock. Hier legen Sie unter anderem fest:

Bereich Feld oder Thema Bedeutung
Allgemein Schnittstelle aktiviert Schaltet die EDI-Schnittstelle fachlich frei.
Allgemein Standard-Übertragungsart Im aktuellen Cloud-Stand sind Web Interface und Azure File Share die relevanten Standardoptionen.
Allgemein Nachrichten archivieren und Archivgruppierung Bestimmt, ob und wie Nachrichten technisch abgelegt werden.
Nummernserien Partnernummern sowie Nummern für ein- und ausgehende Nachrichten Pflichtbasis für eindeutige Verarbeitung und Nachvollziehbarkeit.
Import Fehlerbehandlung Eingangsnachricht und maximale Verarbeitungsversuche Steuert Wiederanlauf und Abbruchverhalten bei fehlerhaften Dateien oder Nachrichten.
Web Service Provider, URL, Timeout, Benutzer, Passwort, App Key, Company-ID Relevante Basis für Integrationen wie Ecosio oder vergleichbare Plattformen.
Azure File Share Account, Access Key sowie Inbound-, Outbound- und Archiv-URLs Erforderlich, wenn Nachrichten über Azure-Dateifreigaben laufen sollen.

Pflegen Sie die EDI-Einrichtung nicht isoliert. Sie hängt direkt an Nummernserien, Partnerparametern und der späteren operativen Nachrichtenverarbeitung.

6. Weitere Setup-Seiten je Szenario einplanen

Neben Automotive Setup und EDI Setup zeigt der Code weitere eigenständige Setup-Seiten, die Sie je nach Projektumfang bewusst aktivieren sollten:

Setup-Seite Wann relevant Zweck
Logistics SMART Setup bei mobilen oder SMART-geführten Lagerprozessen Aktiviert Logistics SMART und hinterlegt die Journalvorlagen und Buch.-Blätter für Umlagerung, Output und Ausgleich.
Logistics Supply Chain Setup bei LSC-Prozessen in Lager, Produktion, WE, WA oder Inventur Schaltet LSC frei und steuert Nummernserien, Picklogik, Produktionsrückmeldung, Wareneingang und Inventurverhalten.
Pack Structure Setup bei Packhierarchien, KLT-Logik oder Etikettenszenarien Definiert Verpackungsstruktur-Regeln, auf die Verkauf, Lager und LSC zugreifen.
Dispatch Control Setup bei aktiver Versandsteuerung Steuert Filter und Standardverhalten für Versandfreigaben.
Warehouse Receipt Control Setup bei gesteuertem Wareneingang Ergänzt die Wareneingangsprüfung um projektspezifische Regeln.
Key Setup bei Pflege oder Erweiterung von Automotive-Schlüsseln Dient der Pflege von Schlüsselwerten für Versand, Prozesse, Usage, Preis- und Referenzlogik.

7. Artikel, Referenzen und Packlogik vervollständigen

Pflegen Sie für alle relevanten Artikel die Automotive-spezifischen Felder. Dazu gehören insbesondere Preiseinheit, Gewichte, Ursprungsland, Referenznummern und gegebenenfalls Ladungsträgermerkmale. Für Ladungsträgerartikel ergänzen Sie zusätzlich Verpackungsart, Abmessungen, Stapelfaktor, Kennzeichen und Packstruktur.

Die folgenden Stammdaten sind für die operative Verarbeitung besonders wichtig:

  • Preiseinheit (VDA) auf dem Artikel, weil daraus die Preislogik für automotive Dokumente abgeleitet wird.
  • Referenznr. Automotive, damit kundenspezifische oder lieferantenspezifische Nummern eindeutig verarbeitet werden können.
  • Packstruktur mit Single-, Master- und Zubehörlogik, damit Etiketten, Füllmengen und Reservierungen konsistent arbeiten.
  • Ladungsträger-Eigenschaften wie Maße, Stapelfaktor und Eigentümerlogik, wenn Ladungsträgerkonten oder Leergutprozesse eingesetzt werden.

8. Debitoren, Kreditoren und Zusteller ergänzen

Pflegen Sie anschließend die partnerbezogenen Automotive-Daten.

Bei Debitoren sind vor allem diese Informationen relevant:

  • Methode für die Freigabe von Lieferabrufen
  • Aktivierung von EDL/Konsi-Szenarien
  • D-U-N-S-Nummer und Partneridentifikationen
  • Lieferadressen mit Werk, Abladestelle und gegebenenfalls Lagerortlogik
  • Kontoführer-Regeln für Ladungsträger, wenn das Eigentum nicht beim Debitor liegt

Bei Kreditoren ergänzen Sie insbesondere:

  • automatische Erzeugung oder Verarbeitung von Abrufdaten
  • Lieferintervall-Definitionen
  • Preisdatumslogik für Einkaufsprozesse
  • Regeln für Sofortbedarf und Sonderfälle

Bei Zustellern ergänzen Sie insbesondere:

  • SCAC-Code oder vergleichbare Partnerkennzeichen
  • Transportmittel und transportrelevante VDA-Codes
  • Frankatur und weitere Versandkennzeichen
  • debitorspezifische Referenzen

9. Lager, Logistics SMART und Logistics Supply Chain aktivieren

Wenn Sie Lager- oder Konsignationsszenarien einsetzen, richten Sie Lagerorte, Umlagerungsrouten und Filter für verfügbare Mengen ein. Für EDL/Konsi muss klar definiert sein, welche Lagerorte als externe Lager gelten und wie die Umlagerung zwischen Standardlager und Konsignationslager gesteuert wird.

Für Logistics SMART sind laut Setup-Seite vor allem diese Angaben notwendig:

  • Aktivierung von Logistics SMART
  • Journalvorlage und Buch.-Blatt für SMART-Umlagerung
  • Journalvorlage und Buch.-Blatt für SMART-Output
  • Journalvorlage und Buch.-Blatt für Artikelausgleich
  • internes Label für mobile oder interne Kennzeichnung

Für Logistics Supply Chain sind insbesondere diese Felder fachlich relevant:

  • Aktivierung von Logistics Supply Chain
  • Nummernserie für Packstücke und Verpackungsaktivitäten
  • Sortiermethode und Datumsfenster für Lagerkommissionierung
  • Journalvorlage und Buch.-Blatt für Produktionsrückmeldung
  • Vorgaben für Routing-Buchung, Lagerortpflicht und Packstrukturprüfung bei Output
  • Regeln für Wareneingang mit EDI, Wareneingang ohne Datei, Verpackungsprüfung und Nutzung von Kreditorenetiketten
  • Inventurregeln wie Mengen-Vorbelegung, Bestätigungspflicht und Mehrfacherfassung

Wenn Mobile Datenerfassung verwendet wird, konfigurieren Sie zusätzlich die Transporttypen und Funktionsgruppen. Ohne diese Zuordnung sind mobile Transportprozesse nicht vollständig nutzbar.

10. Barcode- und Druckszenarien testen

Im aktuellen Cloud-Produktstand ist ein funktionierender Barcode-Service erforderlich. Verwenden Sie produktive Zugangsdaten nur aus einem abgestimmten Projektkontext und dokumentieren Sie Test- und Produktivumgebung getrennt. Prüfen Sie außerdem, ob die gewünschten Etikettenlayouts, Direktdruck-Optionen und PDF-Anhänge in Ihrem Prozess wirklich zusammenpassen.

Querschnittsthemen gezielt vertiefen

Nicht alle projektkritischen Setup-Themen liegen vollständig auf dieser Seite. Für drei Querschnittsbereiche sollten Sie bewusst zusätzlich in die jeweilige Detailseite springen:

Pflicht-Stammdaten je Objekttyp

Objekttyp Wichtige Pflichtangaben
Artikel Preiseinheit, Referenznr. Automotive, Gewichte, Ursprungsland, gegebenenfalls Ladungsträgerkennzeichen
Ladungsträgerartikel Verpackungsart, Maße, Stapelfaktor, Eigentümerlogik, Packstruktur
Debitor Abruffreigabe, Werk und Abladestelle in Lieferadressen, EDL/Konsi-Kennzeichen bei Bedarf
Kreditor Lieferintervall, Preisdatumslogik, Abruf- oder EDI-relevante Optionen
Zusteller SCAC-Code, Frankatur, Transportmittel, weitere Versandkennzeichen
Lagerort EDL/Konsi-Kennzeichnung, Lagerfilter, Umlagerungsbezug

Sonderfälle und Varianten

EDL und Konsignationslager

Wenn Sie externe Lager oder Konsignationsszenarien nutzen, müssen Lagerort, Debitor, Artikel und Umlagerungsroute zusammenpassen. Ein aktiviertes EDL/Konsi-Szenario ohne sauberen Lagerortbezug führt schnell zu Fehlbuchungen oder ungeplanten Standardvorgaben.

Q-Status und Änderungsstände

Aktivieren Sie Q-Status nur dann frühzeitig, wenn dieser Prozess fachlich wirklich benötigt wird. Die Q-Status-Logik beeinflusst Varianten, Freigabestatus, Änderungsstände und gegebenenfalls die Frage, ob ein Artikel nur geliefert oder auch produziert werden darf.

Preisstaffelung über Preiseinheit

Wenn Preise nicht pro Stück, sondern zum Beispiel pro 100 oder 1.000 Einheiten gepflegt werden, ist die korrekte VDA-Preiseinheit auf dem Artikel zwingend. Fehler an dieser Stelle wirken sich direkt auf Angebots-, Auftrags- und Abrechnungslogik aus.

SaaS-Barcode-Erzeugung

Im aktuellen Produktstand wird die Barcode-Erzeugung im Cloud-Betrieb nicht lokal über Schriften abgebildet. Planen Sie deshalb die Service-Anbindung früh ein und testen Sie Druck, Etikettenlayout und Antwortzeiten vor dem Go-Live.

Kontrollschritte vor dem Go-Live

Prüfen Sie die Einrichtung mindestens anhand dieser Punkte:

  • Der Automotive Setup Wizard wurde erfolgreich abgeschlossen.
  • Für mindestens ein Land oder eine Region sind VDA-Ursprungsland und Handelspräferenz gepflegt.
  • Für mindestens eine Einheit ist ein VDA-Einheitencode gepflegt.
  • Für mindestens eine Währung ist ein VDA ISO-Key gepflegt.
  • Die globale Automotive-Einrichtung ist vollständig gepflegt.
  • Die Transport-Nummernserie ist numerisch und höchstens achtstellig.
  • Die EDI-Einrichtung enthält alle benötigten Nummernserien für Partner sowie ein- und ausgehende Nachrichten.
  • Alle relevanten Artikel haben eine korrekte Preiseinheit und Automotive-Referenz.
  • Für Ladungsträgerartikel sind Packstrukturen und Eigentumslogik vollständig.
  • Debitoren und Lieferadressen enthalten Werk, Abladestelle und gegebenenfalls EDL/Konsi-Logik.
  • Zusteller haben die benötigten VDA- und Transportkennzeichen.
  • Optionale Szenarien wie Q-Status, EDL/Konsi, MDE, Logistics SMART oder LSC sind bewusst aktiviert und getestet.
  • Barcode-Drucke, Etikettenlayouts und gegebenenfalls PDF-Anhänge wurden erfolgreich geprüft.

Typische Fehlerbilder

Situation Mögliche Ursache Prüfschritt
Setup Wizard lässt sich nicht sauber abschließen Pflichtwerte für Land, Einheit oder Währung fehlen Country/Region, Einheit und Währung auf VDA-Felder prüfen
Abrufe verarbeiten sich unerwartet Falsche Methode für Freigabe Lieferabruf Debitor und globale Abrufparameter vergleichen
Preise wirken zu hoch oder zu niedrig Preiseinheit am Artikel falsch gepflegt Artikelkarte und VDA-Preiseinheit prüfen
Automatische Wareneingänge buchen falsch EDI-Autobuchung ohne passende Lagerlogik Lageranforderungen und Einkaufsparameter prüfen
Ladungsträger lassen sich nicht sauber buchen Kontoführer- oder Packstrukturdaten fehlen Ladungsträgerartikel, Kontoführer und Packstruktur prüfen
EDI-Nachrichten starten nicht sauber Nummernserien oder Webservice- beziehungsweise Azure-Angaben fehlen EDI Setup auf Nummernserien, Provider und URLs prüfen
Barcode-Ausgabe schlägt fehl Barcode-Service oder Layout-Zuordnung nicht funktionsfähig Service-Verbindung, Etikettenlayout und Druckeinstellung testen

Migrations-Checkliste aus dem Altbestand

Für die Umstellung von älteren BE-Automotive-Inhalten auf diese Struktur sollten Sie je Projekt mindestens diese Punkte nachhalten:

Prüffeld Zielzustand Nachweis
Registertiefe in Automotive-Einrichtung Alle genutzten Register sind nicht nur benannt, sondern je Feld fachlich erklärt. Feldliste mit kurzer Feldwirkung je Register
Fremdfertigungs-Einrichtung Lagerort, Umlagerungsrouten, Arbeitspläne und Preislogik sind vollständig dokumentiert. Testfall mit vollständigem End-to-End-Lauf
Druck- und Labelsteuerung Druckerauswahl, Direktdruck, Anhangsablage und Fallback-Pfade sind beschrieben. Screenshotfolge mit Druckergebnis
EDL/Konsi-Basis Externe Lagerorte, Transitregeln und Partnerbezug sind eindeutig. Gegenprüfung im Wareneingang und Versand
Go-live-Check Pflichtwerte und Nummernserien sind für alle produktiven Szenarien validiert. Abgenommene Go-live-Checkliste

Diese Checkliste ergänzt die laufende Einrichtung und reduziert das Risiko, dass frühere Detailregeln aus der Altdokumentation unbemerkt entfallen.

Ergebnis

  • Sie haben die zentrale Einrichtungsreihenfolge für Automotive festgelegt.
  • Sie kennen die Stammdaten, Setup-Seiten und Pflichtprüfungen, die vor dem ersten operativen Einsatz vollständig vorliegen müssen.
  • Sie können Sonderfälle wie EDL/Konsi, Q-Status, Logistics SMART, LSC und Barcode-Service bewusst in den Projektumfang aufnehmen oder ausklammern.