Glossar

Begriffe, Abkürzungen und Nachrichtentypen für automotive Prozesse, EDI und Logistik in Automotive.

Zweck

Dieses Glossar bündelt die wichtigsten Begriffe, Abkürzungen, Nachrichtentypen und Systembegriffe aus der öffentlichen Automotive-Bestandsdokumentation und aus den realen Arbeitsseiten im Code. Es hilft Ihnen dabei, Automotive-Prozesse, EDI-Nachrichten, Ladungsträgerlogik und Partnerrollen mit einheitlichen Begriffen zu lesen und umzusetzen.

Fachlicher Nutzen

  • Vereinheitlicht die Sprache zwischen Vertrieb, Einkauf, Logistik, EDI und Key-Usern.
  • Erleichtert die Abstimmung mit Kunden, Lieferanten, Zustellern und externen Dienstleistern.
  • Reduziert Missverständnisse bei Abrufen, Fortschrittszahlen, Gutschriften und Versandbelegen.
  • Macht auch die im System sichtbaren Feld- und Seitennamen verständlich, die in Trainings oder Rückfragen häufig genannt werden.

Zentrale Begriffe und Abkürzungen

Begriff Beschreibung Typischer Kontext
BE-Automotive Frühere oder alternative Bezeichnung derselben Lösung, die in dieser Dokumentation als Automotive geführt wird. Altunterlagen, Projektkommunikation
AMES-T Standardisierter Logistikprozess des Volkswagen-Konzerns; der Nachfolger heißt heute TSB. Herstellerprozesse, VW-Umfeld
DESADV Versandavis im EDIFACT-Umfeld. Liefermeldung, Versand
DELFOR Lieferabruf im EDIFACT-Umfeld. Abrufe, Mengenplanung
DELINS Lieferabruf im Odette-Standard. Abrufe, Automotive-Einkauf oder -Verkauf
DELJIT Feinabruf im EDIFACT-Umfeld. Feinplanung, Just-in-time-Prozesse
DFÜ Datenfernübertragung. Nachrichtenaustausch, Schnittstellen
D-U-N-S-Nr. Eindeutige Unternehmensidentifikation. Partnerdaten, EDI
EDI Elektronischer Datenaustausch. Schnittstellen, Konverter
EDIFACT Standardfamilie für strukturierte Geschäfts- und Logistiknachrichten. Nachrichtenformate
EDL Externer Dienstleister, der Ware im Auftrag annimmt, verwaltet und partiell weiterliefert. Konsignation, externe Lagerlogik
EFZ Eingangsfortschrittszahl des Warenempfängers zum Abgleich empfangener Liefermengen. Lieferabgleich
ERP Enterprise Resource Planning. Systemkontext
FAB Feinabruf. Automotive-Disposition
FF Fertigungsfreigabe. Fertigung, Steuerung
GSA Gutschriftsanzeige, bei der der Kunde auf Basis von Wareneingängen die Zahlung auslöst. Abrechnung, Gutschriftverfahren
INVOIC Rechnungsnachricht im EDIFACT-Umfeld. Faktura
INVRPT Lagerbestandsbericht im EDIFACT-Umfeld. Bestandsmeldungen
KANBAN Pull-orientierte Beschaffungs- und Produktionssteuerung. Synchronisierte Versorgung
KONSI Konsignation; im fachlichen Kontext eng mit EDL-Szenarien verbunden. Externe Lagerprozesse
LAB Lieferabruf. Abrufe, operative Steuerung
LFZ Lieferfortschrittszahl des Lieferanten als kumulierte Liefermenge. Abruf- und Lieferabgleich
LT Ladungsträger. Packmittel, Leergut, Logistik
LUM Loading Unit Management beziehungsweise Ladungsträger- oder Packstückverwaltung. Pack- und Logistikprozesse
MF Materialfreigabe. Einkauf, Produktion
ODETTE Europäischer Standard für Datenaustausch in der Automobilindustrie. Nachrichtenformate
ORDCHG Bestelländerung im EDIFACT-Umfeld. Einkauf
ORDERS Einkaufsbestellung im EDIFACT-Umfeld. Einkauf
ORDRSP Bestellbestätigung im EDIFACT-Umfeld. Einkauf, Lieferantenkommunikation
PAB Produktionssynchroner Abruf. Just-in-sequence- und Produktionssteuerung
PKM Perlenkettenmonitor, insbesondere im Audi-Umfeld für Sequenzabrufe. Sequenzsteuerung
PUS Pick-Up Sheet. Versand- und Sammelprozesse
RECADV Wareneingangsmeldung im EDIFACT-Umfeld. Einkauf, Wareneingang
REMADV Zahlungsavis im EDIFACT-Umfeld. Zahlungsabwicklung
REQOTE Angebotsanfrage im EDIFACT-Umfeld. Anfrageprozesse
SCAC-Code Weltweit verwendeter Identifikationscode für Spediteure. Zusteller, Transport
SLB Sendungsladungsbezugsnummer. Versand und Transportverfolgung
Tier 1, Tier 2, Tier 3 Einordnung der Lieferantenposition in der Lieferkette. Automotive-Wertschöpfungskette
TSB Transport- und Sendungsbeleg; Nachfolger des AMES-T-Prozesses im VW-Kontext. VW-Logistik
VDA Verband der Automobilindustrie. Standards, Nachrichten, Codes
XML Auszeichnungssprache für strukturierte Datenaustauschformate. Im- und Export, Integrationen

Wichtige Systembegriffe in Automotive

Begriff Beschreibung Typischer Kontext
Automotive Sales Order Erweiterter Verkaufsauftrag für automotive Prozesse mit Abruf-, Referenz-, Werk- und Versandlogik. Verkauf, Lieferabrufe, JIT/JIS
Automotive Purchase Order Erweiterte Einkaufsbestellung für Lieferantenabrufe, Rahmenmengen, Lieferintervalle und Wareneingangsbezug. Einkauf, Lieferabrufe, Wareneingang
Call Off Mode Steuerfeld im Verkaufsprozess, das vorgibt, wie Abrufdaten fachlich interpretiert und verarbeitet werden. Automotive Sales Order, Abrufverarbeitung
Plausibility Check Prüffunktion vor der weiteren Verarbeitung, mit der auffällige oder unvollständige Auftragsdaten erkannt werden sollen. Verkaufsauftrag, Freigabevorbereitung
Method Release DCO Steuerlogik für die Freigabe von Feinabrufen; beeinflusst, wie bestehende Detailabrufe behandelt oder ersetzt werden. Detailed Call Off, Verkaufsabrufe
Shipment Sequence Reihenfolge- oder Sequenzbezug für Versand und Abrufabwicklung; besonders wichtig bei sequenznahen Prozessen. Verkauf, Einkauf, JIS oder Versand
Delivery EDI Kennzeichen dafür, dass Transport- oder Versanddaten elektronisch als Delivery-EDI-Prozess weitergegeben werden. Sales Transport Data, Versand, EDI
Incoming Delivery EDI Eingehende Delivery-EDI-Nachricht, die mit Aufträgen, Wareneingang, Lager oder Ereignismeldungen verknüpft werden kann. EDI-Import, Wareneingang, Event Messages
Sales Transport Data Arbeitsseite für Frachtführer, Fahrzeug, Soll-Ankunft, Gewichte, Delivery EDI und Transportavis. Versand, Transport, DFÜ
LE Account Keeper Kontoführer oder verantwortliche Partei für Ladungsträger- beziehungsweise Leergutkonten. Ladungsträger, Leergut, Kontoführung
LE Account Auswertung oder Kontensicht auf Bestände und Bewegungen von Ladungsträgern. Ladungsträger, Abstimmung, Historie
Critical Stock Quantity Kritischer Bestandswert, bei dessen Unterschreitung Einkaufs- oder Abrufsituation besonders beobachtet werden muss. Einkauf, Feinabruf, Disposition
Key of Critical Stock Kennzeichen oder Regel, nach der kritische Bestände im Abrufumfeld bewertet werden. Purch. Det. Call Off, Disposition
Quality Assurance Activity Operative QS-Aktivität innerhalb von Logistics Supply Chain. LSC, Qualitätssicherung, Materialfluss
Production Backflush Rückmelde- und Verbrauchslogik in LSC-nahen Produktionsprozessen. LSC, Produktion, Materialverbrauch
Event Messages List Arbeitsliste für offene oder erledigte Ereignismeldungen, standardmäßig mit Fokus auf noch nicht erledigte Fälle. Workflow, Monitoring, tägliche Abarbeitung

Begriffsabgrenzungen für den Alltag

Abrufarten

Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchroner Abruf verfolgen unterschiedliche Zeithorizonte und Steuerungsziele. Für die operative Arbeit ist wichtig, dass diese Nachrichtentypen zwar ähnlich klingen, aber in Planung, Terminierung und Priorität unterschiedlich behandelt werden.

Fortschrittszahlen

LFZ und EFZ dienen demselben Abgleichszweck, kommen aber aus unterschiedlichen Perspektiven. LFZ beschreibt die kumulierte Liefermenge aus Sicht des Lieferanten. EFZ beschreibt die empfangene Menge aus Sicht des Kunden oder Warenempfängers.

EDL und Konsignation

Im Projektalltag werden EDL und Konsignation oft gemeinsam genannt. Fachlich beschreibt EDL zunächst den externen Dienstleister. Konsignation beschreibt die zugehörige Lager- und Eigentumslogik.

Delivery EDI und Incoming Delivery EDI

Beide Begriffe klingen ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Blickrichtungen. Delivery EDI ist meist das Kennzeichen oder der Versandbezug auf eigener Prozessseite, zum Beispiel in Transportdaten. Incoming Delivery EDI beschreibt eine eingehende Nachricht, die importiert, geprüft, verarbeitet und mit Belegen verknüpft wird.

LE Account Keeper und LE Account

LE Account Keeper benennt die verantwortliche Gegenpartei oder Kontoführung. LE Account ist dagegen die Sicht auf Bestände, Bewegungen oder Salden. Im Alltag werden beide oft vermischt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Call Off Mode, Shipment Sequence und Method Release DCO

Diese drei Begriffe greifen in der Abrufverarbeitung zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe. Call Off Mode beschreibt die fachliche Abrufart oder Verarbeitungslogik. Shipment Sequence beschreibt den Sequenz- oder Reihenfolgenbezug. Method Release DCO steuert, wie Detailabrufe bei einer Freigabe übernommen oder ersetzt werden.

Ergebnis

  • Sie können die wichtigsten Automotive- und EDI-Begriffe sicher einordnen.
  • Sie verstehen nun auch die wichtigsten im System sichtbaren Feld- und Seitennamen aus Automotive.
  • Sie erkennen schneller, welche Nachrichtentypen und Kürzel in Prozessbeschreibungen gemeint sind.
  • Sie schaffen eine gemeinsame Fachsprache für die weitere Migration von Verkaufs-, Einkaufs-, Logistik- und EDI-Inhalten.