EDI-Nachrichtenabwicklung

Detaillierte Anleitung für eingehende und ausgehende EDI-Nachrichten, EDI-Belege, Verkaufsbelege und Transportdaten in Automotive.

Zweck

Diese Seite beschreibt die operative Nachrichtenabwicklung in Automotive. Sie ergänzt die EDI-Einrichtung um die tägliche Arbeit mit eingehenden und ausgehenden Nachrichten, den daraus erzeugten EDI-Belegen sowie den zugehörigen Verkaufs- und Transportobjekten.

Grundprinzip

Die Nachrichtenabwicklung ist die zentrale Stelle für alle eingehenden und ausgehenden Nachrichtenarten. Hier wird nicht die fachliche Einrichtung definiert, sondern der laufende Betrieb gesteuert.

Eingehende Nachrichten

Eingehende Nachrichten werden in einer eigenen Liste verwaltet. Das Einlesen kann manuell erfolgen oder über die Aufgabenwarteschlange automatisiert werden. Je nach Automotive-Einrichtung kann auch die Freigabe bestimmter Abrufe automatisiert mitlaufen.

Wichtige Funktionen

Funktion Wofür sie dient
Nachrichten einlesen liest alle Nachrichten aus dem Eingangsverzeichnis oder dem technischen Eingang ein
Nachrichten verarbeiten verarbeitet markierte Nachrichten und erzeugt je nach Typ EDI-Belege
Belege öffnet die aus der Nachricht erzeugten EDI-Belege
Nachricht prüfen prüft die markierte Nachricht auf Gültigkeit
Nachricht nochmals neu verarbeiten startet die Verarbeitung für markierte Nachrichten erneut
Wechsele Testmodus setzt markierte Nachrichten in den Testbetrieb
Nachricht löschen entfernt markierte Nachrichten
Nachrichtenarten, Partner, Protokoll, Nachricht anzeigen öffnet die zugehörigen Einrichtungs- oder Nachweissichten

Wichtige Felder in der Eingangsliste

Feld Bedeutung
Nachrichtenart fachliche Einordnung der Nachricht
Status leer, verarbeitet oder fehlerhaft
Testbetrieb zeigt, ob die Nachricht im Testmodus läuft
Automatische Weiterverarbeitung zeigt die Automatik der Nachricht
EDI Partnernr. verweist auf den eingerichteten Partner
Letzte Fehlermeldung zeigt die letzte bekannte Verarbeitungssperre

Merksatz: Eine eingelesene Nachricht ist noch kein fachlich abgeschlossener Vorgang. Erst Verarbeitung, Belegprüfung und gegebenenfalls Akzeptanz führen in den eigentlichen Fachprozess.

Eingehende Verkaufsbelege

Verarbeitete EDI-Nachrichten können als eingehende Verkaufsbelege angezeigt werden. Dort prüfen und steuern Sie die fachliche Übernahme.

Wichtige Aktionen sind:

  • Akzeptieren zur Erzeugung eines Auftrags,
  • Ablehnen zur bewussten Zurückweisung,
  • Zurückstellen für noch nicht entschiedene Fälle,
  • Status zurücksetzen für erneute Bearbeitung,
  • Feldverarbeitung zur Ausführung von Mappingregeln,
  • Felder aktualisieren für eine erneute Datenübernahme,
  • Bemerkungen für Kommentierung und Nachvollziehbarkeit.

Ausgehende Nachrichten

Auch ausgehende Nachrichten haben eine eigene Übersicht. Dort kontrollieren Sie, ob Nachrichten erzeugt, versendet oder noch manuell freigegeben werden müssen.

Wichtige Funktionen

Funktion Bedeutung
Nachricht versenden startet den Versand, wenn keine automatische Weiterverarbeitung aktiv ist
Zustellungsstatus aktualisieren aktualisiert den technischen Zustellstatus
Wechsele Testmodus versetzt Nachrichten in den Testbetrieb
Nachricht löschen entfernt markierte ausgehende Nachrichten
Belege, Nachrichtenarten, Partner, Protokoll, Nachricht anzeigen öffnet den fachlichen oder technischen Kontext

Ausgehende Verkaufsbelege und Transportbezug

Unter den ausgehenden Verkaufsbelegen finden Sie jene Belege, bei denen Nachrichten erzeugt werden müssen oder bereits erzeugt wurden. Besonders wichtig sind dort:

  • Nachricht erzeugen, wenn die Datei erst erstellt werden soll,
  • Status zurücksetzen, wenn eine erneute technische Bearbeitung nötig ist,
  • der Sprung in den zugeordneten Verkaufsbeleg,
  • Bemerkungen zur fachlichen Einordnung.

Zusätzlich sind Verkauf Lieferabrufe und gebuchte Transportdaten wichtige Begleitsichten, wenn Nachrichten nicht nur technisch, sondern entlang des realen Versandprozesses geprüft werden sollen.

Benötigte Apps für CSC-, HUM- und EDI-Prozesse

Prüfen Sie vor der Verarbeitung, welche Apps zum geplanten Prozess gehören:

  • Controlled Sales Core verarbeitet Lieferabrufe, Versandsteuerung und Transportdaten.
  • Handling Unit Management wird benötigt, wenn Verpackungsstrukturen, Packmittel, Gewichte oder Verpackungszuweisungen im Prozess verwendet werden.
  • BE-terna Connector HUM CSC verbindet Verpackungszuweisungen mit CSC-Verkaufs- und Transportprozessen.
  • BE-terna Connector CSC EDI verarbeitet die EDI-Anbindung für CSC. Für Verpackungsdaten werden dabei unter anderem EDI-Ziele wie VDA4987/DESADV unterstützt.

Die EDI-App überträgt Verpackungsstrukturen in das jeweilige Nachrichtenformat. Feste EDI-Ebenen, Verpackungstypcodes sowie Los- und Seriennummern beschreiben die Nachrichtenausgabe; sie ändern nicht die neutrale Verpackungsstruktur in HUM.

Lieferabruf-Resetdaten richtig einordnen

In einem DELFOR-Kontext können eine kumulierte Menge aus dem aktuellen Zeitraum, eine vorherige kumulierte Menge und ein Resetdatum enthalten sein. Die vorherige kumulierte Menge und das Resetdatum sind Eingangsdaten des EDI-Kontexts. Sie sind nicht automatisch die vom CSC-Anwender bestätigte Zielmenge einer kontrollierten Nullstellung. Prüfen Sie deshalb Kandidaten, Zuordnung und Konflikte vor der Ausführung.

DELFOR in CSC weiterverarbeiten

Bei einer eingehenden DELFOR-Nachricht prüft der Connector die Partner- und Nachrichtenkonfiguration und übergibt die fachlich gemappten Abrufdaten an CSC. Prüfen Sie nach dem Import:

  • ob der Lieferabruf dem richtigen Partner, Rahmenauftrag und Artikel zugeordnet wurde,
  • ob Abrufnummer, Abrufdatum, Datumsart, Mengentyp und Planungstyp plausibel sind,
  • ob die Synchronisation als abgeschlossen oder fehlerhaft angezeigt wird und
  • ob die daraus erzeugten oder aktualisierten CSC-Abrufzeilen im nächsten Prozessschritt weiterverarbeitet werden können.

Die EDI-Nachricht bleibt die externe Quelle. Die fachliche Verarbeitung und Persistenz der Abrufdaten erfolgt im CSC-Prozess.

Empfohlene Tagesroutine

  1. Neue eingehende Nachrichten einlesen oder den automatischen Eingang prüfen.
  2. Nachrichten vor der eigentlichen Verarbeitung auf Fehler prüfen.
  3. EDI-Belege und eingehende Verkaufsbelege fachlich kontrollieren.
  4. Nachrichten akzeptieren, ablehnen oder zurückstellen.
  5. Ausgehende Nachrichten und Zustellstatus gegen Verkaufs- oder Transportbelege prüfen.

Typische Fehlerbilder

Situation Mögliche Ursache Prüfschritt
Nachricht ist eingelesen, aber fachlich nichts passiert Verarbeitung wurde nicht gestartet oder endete im Fehler Status und Letzte Fehlermeldung prüfen
EDI-Beleg ist vorhanden, Auftrag aber nicht eingehender Verkaufsbeleg wurde nicht akzeptiert EDI Verkaufsbeleg öffnen
Ausgehende Nachricht bleibt liegen automatische Weiterverarbeitung ist aus oder Versand nicht angestoßen Partnerzeile und Aktion Nachricht versenden prüfen
Transportdaten passen nicht zur Nachricht Verkaufs- oder Transportbeleg wurde nicht mitkontrolliert gebuchte Transportdaten und Belegbezug öffnen

Migrations-Vertiefung: Wiederanlauf und Eskalation

Damit die Tiefe aus älteren Betriebsdokumentationen erhalten bleibt, sollten Sie für die Nachrichtenabwicklung einen klaren Wiederanlaufpfad verbindlich nutzen:

  1. Nachricht technisch prüfen und letzte Fehlermeldung klassifizieren.
  2. Fachbezug ermitteln: Auftrag, Abruf, Lieferschein oder Transport.
  3. Nur bei geklärter Ursache erneut verarbeiten.
  4. Nach erneutem Lauf Status und Folgebeleg direkt gegenprüfen.
  5. Bei wiederholtem Fehler an 2nd-Level mit Protokollauszug eskalieren.

Ergebnis

  • Sie können eingehende und ausgehende Nachrichten im laufenden Betrieb sicher steuern.
  • Sie wissen, wann eine Nachricht technisch vorhanden, aber fachlich noch nicht abgeschlossen ist.
  • Sie verbinden EDI-Nachricht, EDI-Beleg, Verkaufsbeleg und Transportdaten in einer nachvollziehbaren Prozesskette.