Einrichtungsassistent und Parametertabs
Zweck
Diese Seite vertieft die zentrale Einrichtung von Automotive. Sie ergänzt die Übersichtsseite um die Reihenfolge der Assisted-Setup-Schritte, die fachliche Bedeutung der wichtigsten Parametergruppen und die Punkte, die in SaaS-Projekten bei Barcode, EDI und Dokumentausgabe regelmäßig übersehen werden.
Wann diese Seite wichtig ist
- bei Erstprojekten oder Neuaufbau einer Mandantenkonfiguration
- bei Go-Live-Vorbereitung, wenn Abrufe, EDI und Versand grundsätzlich funktionieren sollen
- bei Fehlersuche, wenn Prozesse zwar starten, aber an Pflichtfeldern, Nummernserien oder Übertragungsarten scheitern
- bei Cloud-Projekten, in denen Barcode- und PDF-Ausgabe anders funktionieren als in älteren On-Prem-Installationen
Empfohlene Reihenfolge
- Assisted Setup starten und Grunddaten initialisieren.
- Länder, Einheiten und Währungen mit VDA-relevanten Zusatzinformationen vervollständigen.
- Automotive Setup in den Bereichen Allgemein, Verkauf, Einkauf und Dokumentausgabe schärfen.
- EDI Setup mit Nummernserien und Übertragungsart abschließen.
- Kunden, Lieferanten, Artikel, Packmittel, Lagerorte und Referenzen erst danach fachlich detaillieren.
- Barcode, Labelausgabe und Archivierung mit einem echten End-to-End-Test prüfen.
Automotive-Einrichtungsassistent richtig einordnen
Der Einrichtungsassistent ist der schnellste Einstieg, ersetzt aber keine vollständige Projektkonfiguration. Er legt Standarddaten an und prüft, ob die absolute Grundvoraussetzung für automotive Nachrichten bereits erfüllt ist.
Die wichtigsten Pflichtpunkte vor dem Abschluss des Wizards sind:
- mindestens ein Land mit Ursprungsland- und Präferenzlogik
- mindestens eine Maßeinheit mit VDA-Einheitenschlüssel
- mindestens eine Währung mit VDA-ISO-Schlüssel
Wenn einer dieser Punkte fehlt, ist die spätere Nachrichten- und Beleglogik oft nur scheinbar vollständig. In der Praxis entstehen die Probleme dann erst bei Abrufimport, Lieferschein-DFÜ oder Rechnungsausgabe.
Parametertabs im Automotive Setup
Reiter Allgemein
| Feld oder Thema | Wofür es verwendet wird | Woran Sie es prüfen |
|---|---|---|
| Eigene Werknummer | Identifiziert Ihr Werk in Belegen und Nachrichten | Ist die Nummer mit Kunden, Lieferanten und EDI abgestimmt? |
| D-U-N-S Nummer | Unterstützt die Partneridentifikation | Ist der Wert projektweit einheitlich gepflegt? |
| Währungs-VDA-ISO-Schlüssel | Übergibt branchenspezifische Währungscodes | Sind alle produktiv genutzten Währungen ergänzt? |
| Meldungen ohne Ereignissteuerung | Steuert, ob fachliche Hinweise auch ohne Workflow sichtbar werden | Wollen Sie nur harte Workflow-Fälle oder auch einfache Hinweise sehen? |
| Doppelte Artikelreferenzen prüfen | Verhindert unklare Zuordnung von Kunden- oder Lieferantenartikelnummern | Gibt es bereits Dubletten in Altstammdaten? |
Merksatz: Im Reiter Allgemein werden nicht nur Anzeigeparameter gepflegt, sondern Schalter, die spätere Plausibilitäts- und Nachrichtenverarbeitung unmittelbar beeinflussen.
Reiter Verkauf
| Feld oder Thema | Fachliche Wirkung | Typischer Fehlerfall |
|---|---|---|
| Nummernserie Automotive Verkaufsauftrag | Nummeriert die abrufgesteuerten Verkaufsbelege | Abrufe lassen sich nicht sauber nachverfolgen |
| Nummernserie Transport | Steuert Transportbelege; muss numerisch und maximal achtstellig sein | Versandprozess startet, Transportbeleg kann aber nicht korrekt erzeugt werden |
| Verkaufsstatus beibehalten | Setzt nach Buchungen den vorherigen Status wieder ein | Statuslogik kippt nach Warenausgang oder Faktura |
| EDL/Konsi artikelbezogen | Vererbt Konsignationslogik vom Artikel statt vom Debitor | Falsche Konsi-Steuerung im Tagesgeschäft |
| EDL/Konsi-Rechnung buchen | Unterstützt automatische Faktura in Konsignationsszenarien | Rechnungslauf passt nicht zum physischen Prozess |
| Kontoführer prüfen | Erzwingt Prüfung der Ladungsträgerverantwortung | Ladungsträgerbewegungen sind fachlich nicht abstimmbar |
| Preiseinheit | Vorgabewert für VDA-Preislogik | Preisfindung weicht von Kundenvereinbarung ab |
| Nur Zeilen mit Menge buchen | Verhindert Folgefehler durch Nullmengen | Belege werden mit leeren oder irrelevanten Zeilen verarbeitet |
Reiter Einkauf
| Feld oder Thema | Fachliche Wirkung | Typischer Fehlerfall |
|---|---|---|
| Wareneingang aus EDI buchen | Automatisiert den Eingang aus eingehenden Lieferscheindaten | Buchungen erfolgen, ohne dass Lager- oder Prüfprozess dazu passt |
| Einkaufsstatus beibehalten | Hält den fachlichen Status trotz Buchung stabil | Rahmenbestellung verliert den erwarteten Bearbeitungsstatus |
| Nur Einkaufszeilen mit Menge buchen | Vermeidet leere Bewegungs- und Eingangszeilen | Wareneingang oder Rechnung läuft auf technisch vorhandene, aber fachlich leere Zeilen |
Dokumente, Labels und Ausgabe
| Feld oder Thema | Entscheidung | Bedeutung für Anwender |
|---|---|---|
| Direkter Etikettendruck | Ausdruck sofort an den Drucker | Geeignet nur, wenn Druckerzuordnung und Service stabil getestet sind |
| Etiketten als Anhang speichern | PDF landet als Dokumentanhang | Robuster für Nachweis, Wiederholung und Cloud-Szenarien |
Für viele Projekte ist die PDF-Ablage zunächst die sicherere Go-Live-Variante, weil sie Druckprobleme sichtbar macht, ohne dass Belegdaten verloren gehen.
SaaS- und Barcode-Besonderheiten
Die alte Wiki-Dokumentation unterscheidet noch klar zwischen klassischen Dateipfaden und heutigen Cloud-Szenarien. Für aktuelle Projekte ist vor allem relevant:
- Barcode- und Labelprozesse laufen nicht mehr über lokale Drucklogik allein, sondern über die vorgesehene Service-Architektur.
- Dateibasierte EDI-Pfade sind für On-Prem-Sonderfälle weiterhin denkbar, im aktuellen Produktstand aber nicht der Regelfall.
- PDF-Ablage, Webschnittstelle oder Azure File Share sind in SaaS-Projekten deutlich belastbarer als lokale Sonderkonstruktionen.
Prüfen Sie vor Produktivstart immer diese drei Fragen:
- Ist die Barcode-Service-App installiert und technisch erreichbar?
- Ist für jede relevante Dokumentart klar, ob sofort gedruckt oder erst als PDF abgelegt wird?
- Wurde mindestens ein vollständiger Test von Auftrag oder Abruf bis Label, Lieferschein und Archiv wirklich durchgeführt?
Projekt-Checkliste vor Go-Live
| Prüffeld | Erwartung |
|---|---|
| Länder, Währungen und Einheiten | VDA-Zusatzfelder vollständig gepflegt |
| Nummernserien | für Aufträge, Transporte und EDI sauber zugeordnet |
| Verkaufs- und Einkaufsoptionen | nur dort aktiviert, wo der Fachprozess sie wirklich nutzt |
| EDI-Übertragungsart | global und partnerbezogen konsistent |
| Barcode und Label | mit realem Druck- oder PDF-Test bestätigt |
| Stammdatenbezug | Artikel, Partner, Lagerorte und Referenzen vollständig verknüpft |
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