Einrichtungsassistent und Parametertabs

Detaillierte Feld- und Registererklärung für den Automotive-Einrichtungsassistenten, Automotive Setup und SaaS-Barcodeparameter in Automotive.

Zweck

Diese Seite vertieft die zentrale Einrichtung von Automotive. Sie ergänzt die Übersichtsseite um die Reihenfolge der Assisted-Setup-Schritte, die fachliche Bedeutung der wichtigsten Parametergruppen und die Punkte, die in SaaS-Projekten bei Barcode, EDI und Dokumentausgabe regelmäßig übersehen werden.

Wann diese Seite wichtig ist

  • bei Erstprojekten oder Neuaufbau einer Mandantenkonfiguration
  • bei Go-Live-Vorbereitung, wenn Abrufe, EDI und Versand grundsätzlich funktionieren sollen
  • bei Fehlersuche, wenn Prozesse zwar starten, aber an Pflichtfeldern, Nummernserien oder Übertragungsarten scheitern
  • bei Cloud-Projekten, in denen Barcode- und PDF-Ausgabe anders funktionieren als in älteren On-Prem-Installationen

Empfohlene Reihenfolge

  1. Assisted Setup starten und Grunddaten initialisieren.
  2. Länder, Einheiten und Währungen mit VDA-relevanten Zusatzinformationen vervollständigen.
  3. Automotive Setup in den Bereichen Allgemein, Verkauf, Einkauf und Dokumentausgabe schärfen.
  4. EDI Setup mit Nummernserien und Übertragungsart abschließen.
  5. Kunden, Lieferanten, Artikel, Packmittel, Lagerorte und Referenzen erst danach fachlich detaillieren.
  6. Barcode, Labelausgabe und Archivierung mit einem echten End-to-End-Test prüfen.

Automotive-Einrichtungsassistent richtig einordnen

Der Einrichtungsassistent ist der schnellste Einstieg, ersetzt aber keine vollständige Projektkonfiguration. Er legt Standarddaten an und prüft, ob die absolute Grundvoraussetzung für automotive Nachrichten bereits erfüllt ist.

Die wichtigsten Pflichtpunkte vor dem Abschluss des Wizards sind:

  • mindestens ein Land mit Ursprungsland- und Präferenzlogik
  • mindestens eine Maßeinheit mit VDA-Einheitenschlüssel
  • mindestens eine Währung mit VDA-ISO-Schlüssel

Wenn einer dieser Punkte fehlt, ist die spätere Nachrichten- und Beleglogik oft nur scheinbar vollständig. In der Praxis entstehen die Probleme dann erst bei Abrufimport, Lieferschein-DFÜ oder Rechnungsausgabe.

Parametertabs im Automotive Setup

Reiter Allgemein

Feld oder Thema Wofür es verwendet wird Woran Sie es prüfen
Eigene Werknummer Identifiziert Ihr Werk in Belegen und Nachrichten Ist die Nummer mit Kunden, Lieferanten und EDI abgestimmt?
D-U-N-S Nummer Unterstützt die Partneridentifikation Ist der Wert projektweit einheitlich gepflegt?
Währungs-VDA-ISO-Schlüssel Übergibt branchenspezifische Währungscodes Sind alle produktiv genutzten Währungen ergänzt?
Meldungen ohne Ereignissteuerung Steuert, ob fachliche Hinweise auch ohne Workflow sichtbar werden Wollen Sie nur harte Workflow-Fälle oder auch einfache Hinweise sehen?
Doppelte Artikelreferenzen prüfen Verhindert unklare Zuordnung von Kunden- oder Lieferantenartikelnummern Gibt es bereits Dubletten in Altstammdaten?

Merksatz: Im Reiter Allgemein werden nicht nur Anzeigeparameter gepflegt, sondern Schalter, die spätere Plausibilitäts- und Nachrichtenverarbeitung unmittelbar beeinflussen.

Reiter Verkauf

Feld oder Thema Fachliche Wirkung Typischer Fehlerfall
Nummernserie Automotive Verkaufsauftrag Nummeriert die abrufgesteuerten Verkaufsbelege Abrufe lassen sich nicht sauber nachverfolgen
Nummernserie Transport Steuert Transportbelege; muss numerisch und maximal achtstellig sein Versandprozess startet, Transportbeleg kann aber nicht korrekt erzeugt werden
Verkaufsstatus beibehalten Setzt nach Buchungen den vorherigen Status wieder ein Statuslogik kippt nach Warenausgang oder Faktura
EDL/Konsi artikelbezogen Vererbt Konsignationslogik vom Artikel statt vom Debitor Falsche Konsi-Steuerung im Tagesgeschäft
EDL/Konsi-Rechnung buchen Unterstützt automatische Faktura in Konsignationsszenarien Rechnungslauf passt nicht zum physischen Prozess
Kontoführer prüfen Erzwingt Prüfung der Ladungsträgerverantwortung Ladungsträgerbewegungen sind fachlich nicht abstimmbar
Preiseinheit Vorgabewert für VDA-Preislogik Preisfindung weicht von Kundenvereinbarung ab
Nur Zeilen mit Menge buchen Verhindert Folgefehler durch Nullmengen Belege werden mit leeren oder irrelevanten Zeilen verarbeitet

Reiter Einkauf

Feld oder Thema Fachliche Wirkung Typischer Fehlerfall
Wareneingang aus EDI buchen Automatisiert den Eingang aus eingehenden Lieferscheindaten Buchungen erfolgen, ohne dass Lager- oder Prüfprozess dazu passt
Einkaufsstatus beibehalten Hält den fachlichen Status trotz Buchung stabil Rahmenbestellung verliert den erwarteten Bearbeitungsstatus
Nur Einkaufszeilen mit Menge buchen Vermeidet leere Bewegungs- und Eingangszeilen Wareneingang oder Rechnung läuft auf technisch vorhandene, aber fachlich leere Zeilen

Dokumente, Labels und Ausgabe

Feld oder Thema Entscheidung Bedeutung für Anwender
Direkter Etikettendruck Ausdruck sofort an den Drucker Geeignet nur, wenn Druckerzuordnung und Service stabil getestet sind
Etiketten als Anhang speichern PDF landet als Dokumentanhang Robuster für Nachweis, Wiederholung und Cloud-Szenarien

Für viele Projekte ist die PDF-Ablage zunächst die sicherere Go-Live-Variante, weil sie Druckprobleme sichtbar macht, ohne dass Belegdaten verloren gehen.

SaaS- und Barcode-Besonderheiten

Die alte Wiki-Dokumentation unterscheidet noch klar zwischen klassischen Dateipfaden und heutigen Cloud-Szenarien. Für aktuelle Projekte ist vor allem relevant:

  • Barcode- und Labelprozesse laufen nicht mehr über lokale Drucklogik allein, sondern über die vorgesehene Service-Architektur.
  • Dateibasierte EDI-Pfade sind für On-Prem-Sonderfälle weiterhin denkbar, im aktuellen Produktstand aber nicht der Regelfall.
  • PDF-Ablage, Webschnittstelle oder Azure File Share sind in SaaS-Projekten deutlich belastbarer als lokale Sonderkonstruktionen.

Prüfen Sie vor Produktivstart immer diese drei Fragen:

  • Ist die Barcode-Service-App installiert und technisch erreichbar?
  • Ist für jede relevante Dokumentart klar, ob sofort gedruckt oder erst als PDF abgelegt wird?
  • Wurde mindestens ein vollständiger Test von Auftrag oder Abruf bis Label, Lieferschein und Archiv wirklich durchgeführt?

Projekt-Checkliste vor Go-Live

Prüffeld Erwartung
Länder, Währungen und Einheiten VDA-Zusatzfelder vollständig gepflegt
Nummernserien für Aufträge, Transporte und EDI sauber zugeordnet
Verkaufs- und Einkaufsoptionen nur dort aktiviert, wo der Fachprozess sie wirklich nutzt
EDI-Übertragungsart global und partnerbezogen konsistent
Barcode und Label mit realem Druck- oder PDF-Test bestätigt
Stammdatenbezug Artikel, Partner, Lagerorte und Referenzen vollständig verknüpft