Periodische Aktivitäten im Verkauf

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für Freigabe, Registrierung, MF/FF-Rollierung und Lieferstorno im Automotive-Verkauf.

Zweck

Diese Seite beschreibt die periodischen Tätigkeiten im Verkauf, die im Tagesgeschäft regelmäßig wiederkehren und deshalb nicht nur im Ausnahmefall beherrscht werden müssen. Sie ergänzt die Verkaufsübersicht um die konkreten Reports, Prüfschritte und Sonderfälle aus der Alt-Wiki-Dokumentation.

Typischer Arbeitsrhythmus

  1. Eingelesene Liefer-, Fein- oder Produktionsabrufe prüfen.
  2. Offene Abrufe gesammelt freigeben.
  3. Feinabrufe und produktionssynchrone Abrufe registrieren.
  4. MF- und FF-Zeiträume rollierend nachführen.
  5. Stornos sauber entlang des realen Belieferungsmodells ausführen.

Liefer- und Feinabrufe freigeben

Der Report zum Freigeben von Liefer- und Feinabrufen ist die Sammelstelle für alle noch offenen Abrufe. Ohne Filter werden alle freigabefähigen Datensätze verarbeitet. In der Praxis sollten Sie dennoch bewusst filtern, zum Beispiel nach Debitor, Werk, Kunde-Lief-an oder Auftrag.

Gehen Sie in der Regel so vor:

  1. Report zum Freigeben von Liefer- und Feinabrufen öffnen.
  2. Nur die fachlich zusammengehörigen Abrufe filtern.
  3. Vorschau oder Protokoll bewusst lesen statt nur den Lauf zu starten.
  4. Fehlerprotokoll für nicht freigegebene Abrufe sofort bereinigen.

Typische Gründe für eine ausbleibende Freigabe sind:

  • fehlende oder widersprüchliche Stammdaten
  • unvollständige Artikelreferenzen
  • falsche Werk-, Abladestellen- oder Q-Stand-Informationen
  • Preis- oder Mengenkonstellationen, die im Auftrag nicht plausibel sind

Produktionssynchrone Abrufe freigeben

Bei produktionssynchronen Abrufen geht es nicht nur um Mengen, sondern auch um den Vergleich der Lieferfortschrittszahlen. Der Report berücksichtigt die Fortschrittswerte des Kunden und gleicht sie mit Ihrem Systemstand ab.

Prüfen Sie vor dem Freigabelauf besonders:

  • stimmt die Lieferfortschrittszahl im Auftrag oder in den zuletzt verarbeiteten Belegen?
  • ist das Szenario wirklich PAB oder JIS/JIT und nicht nur ein klassischer Feinabruf?
  • sind Sequenz- oder Zeitfensterdaten bereits vollständig eingelesen?

Ein fachlich falscher Freigabelauf an dieser Stelle führt nicht nur zu falschen Mengen, sondern oft auch zu einer irreführenden Fortschrittslogik im weiteren Versandprozess.

FAB und PAB registrieren

Nach Prüfung und Freigabe müssen Feinabrufe und produktionssynchrone Abrufe zusätzlich registriert werden. Dieser Schritt schließt die Vorverarbeitung ab und übernimmt das gewünschte Lieferdatum in den nächsten Verarbeitungsschritt.

Gehen Sie dabei bewusst vor:

  1. Report für Feinabrufe und produktionssynchrone Abrufe registrieren öffnen.
  2. Gegebenenfalls das gewünschte Lieferdatum eintragen.
  3. Nur die bereits fachlich geprüften Abrufe übernehmen.
  4. Anschließend offene Detailabrufzeilen und Auftragsmengen erneut kontrollieren.

Das Lieferdatum ist nicht nur eine Komforteingabe. Es entscheidet mit darüber, welche Zeilen in der operativen Versandvorbereitung als unmittelbar relevant erscheinen.

Rollierende MF/FF-Perioden

Der Report für die rollierende Anpassung von Materialfreigabe und Fertigungsfreigabe verändert die Startdaten in den betroffenen Verkaufsaufträgen. Voraussetzung ist, dass die zugehörigen Zeiträume und Startfelder im Inforegister Automotive des Auftrags überhaupt gepflegt sind.

Nutzen Sie diesen Lauf vor allem dann, wenn:

  • mit wiederkehrenden Lieferfenstern gearbeitet wird
  • Kunden feste Freigabehorizonte erwarten
  • MF- oder FF-Status in Verkaufszeilen laufend nachgeführt werden müssen

Die wichtigsten Filter sind typischerweise:

  • Auftragsnummer
  • Verk.-an Debitorennummer

Kontrollieren Sie nach dem Lauf immer, ob sich der erwartete MF-/FF-Status in den betroffenen Verkaufszeilen tatsächlich geändert hat.

Lieferstorno im Standard-Versand

Bei klassisch gebuchten Verkaufslieferungen kann der Warenausgang direkt aus der gebuchten Lieferung storniert werden. Dabei erzeugt das System eine Gegenzeile mit negativer Menge und setzt die gelieferte Menge im zugehörigen Auftrag zurück.

Für Anwender wichtig:

  • die Stornozeile ist kein separater Nebenbeleg, sondern fachlich Teil der Nachverfolgung derselben Lieferung
  • die gelieferte Menge im Auftrag wird auf null gesetzt
  • die zu liefernde Menge wird erneut offen
  • die Lieferfortschrittszahl wird im Rahmen der Funktion automatisch korrigiert

Wenn danach alle Artikelzeilen der ursprünglichen Lieferung storniert sind, muss die Lieferung zusätzlich als transportiert markiert werden. Sonst taucht sie unter Umständen weiterhin in der Zuordnung zu Transportaufträgen auf, obwohl sie fachlich nicht mehr versendet werden darf.

Lieferstorno bei EDL- oder Konsi-Szenarien

Bei EDL- oder Konsignationsprozessen gibt es häufig keine normale Verkaufslieferung, weil die Belieferung über Umlagerung oder einen anderen Bestandsmechanismus erfolgt. In diesem Fall ist der klassische Storno der Verkaufslieferung nicht möglich.

Stattdessen gehen Sie in der Regel so vor:

  1. Abgangsmeldung beziehungsweise den bisherigen Lieferstatus fachlich abschließen.
  2. Verkaufsgutschrift erzeugen.
  3. Im Inforegister Automotive den Bezug auf den betroffenen Abrufauftrag setzen.
  4. Im Feld zur Gutschriftaktion festlegen, wie die Lieferfortschrittszahl korrigiert werden soll.
  5. Nach Buchung der Gutschrift den automotive Verkaufsauftrag manuell mit einer neuen Zeile ergänzen.

Der letzte Punkt ist entscheidend: Die ursprüngliche Auftragszeile gilt bereits als geliefert. Damit der Bedarf wieder operativ verarbeitet werden kann, muss eine neue Zeile mit den fachlich korrekten Datums- und Mengenwerten angelegt werden.

Kontrollpunkte für den Tagesbetrieb

Situation Was Sie prüfen sollten
Vor Sammelfreigaben Filter, Werk, Debitor und Abrufart begrenzen
Nach Protokollfehlern Stammdaten, Referenzen und Plausibilitätsmeldungen unmittelbar bereinigen
Nach FAB/PAB-Registrierung Lieferdatum und offene Abrufzeilen kontrollieren
Nach MF/FF-Lauf geänderte Freigabestatus in den Zeilen fachlich bestätigen
Nach Lieferstorno Menge geliefert, Zu liefern und Transportstatus gegenprüfen

Typische Fehlerbilder

Situation Mögliche Ursache Prüfschritt
Abrufe lassen sich nicht freigeben fehlende Pflichtdaten oder Artikelreferenzen Protokoll lesen und Auftragskopf prüfen
PAB-Mengen wirken unplausibel Lieferfortschrittszahlen sind nicht konsistent letzte Lieferung und Fortschrittswerte vergleichen
MF/FF-Lauf ändert nichts Zeitraum- oder Startfelder sind im Auftrag nicht gepflegt Inforegister Automotive prüfen
Stornierte Lieferung erscheint weiter bei Transportzuordnung Lieferung wurde nicht als transportiert markiert Folgeaktion im gebuchten Beleg ausführen
Gutschrift korrigiert Abruf nicht ausreichend neue Auftragszeile wurde nicht manuell angelegt Auftrag nach der Gutschrift fachlich nachbearbeiten