Prozesskatalog
Zweck
Dieser Prozesskatalog beschreibt die Kernprozesse der Lagerlogistik aus Anwendersicht. Er beginnt mit dem Wareneingang (WRT) und wird schrittweise um weitere Referenzprozesse der Lagerlogistik ergänzt.
Prozesskatalog
Process WRT - Wareneingang Beleghafte Vereinnahmung und Vollzähligkeitskontrolle von Warensendungen im Lager.
graph LR; %% Nodes A(WRT<br>Wareneingang) B(WRT-0010<br>Wareneingangsbeleg errichten) C(WRT-0020<br>Herkunftsbeleg holen) D(WRT-0030<br>Zeilendaten erfassen) E(WRT-0040<br>Summenprüfung durchführen) F(WRT-0050<br>Wareneingang buchen) %% Flow A -.- B linkStyle 0 stroke:#ffffff B ==> C C ==> D D ==> E E ==> F %% Classes class A btProcessTitle class B,C,D,E,F btProcessActive
Der Prozess beschreibt die Vereinnahmung von Warensendungen im System. Die Herkunftsbelege für die Errichtung eines Wareneingangs können unterschiedlich sein. Es handelt sich i.d.R. jedoch um eingehende Belegarten wie Bestellung, Avis, Umlagerungsauftrag (Eingang) und VK-Reklamation. Der Wareneingang dient im System der beleghaften Vereinnahmung und Vollzähligkeitskontrolle von Warensendungen durch die Logistik. Über den Wareneingang wird der Lagerbestand im jeweiligen Lager erhöht. Der Wareneingang bietet die Möglichkeit des Einstiegs in einen Einlagerungsprozess für stellplatzgeführte Logistiksysteme.
Der Wareneingang wird gleichermaßen für physische Warenvereinnahmungen, wie auch für virtuelle oder schwimmende Warenlieferungen genutzt. In solchen Fällen erfolgt die Buchung auf ein virtuelles oder schwimmendes Lager. Der Gefahrenübergang erfolgt dabei außerhalb des physischen Zugriffs. Die Buchung findet dabei auf Basis der vom Lieferanten bzw. seiner Bank übergebenen Dokumente statt. Aus dem Vorgang resultiert ein s.g. Avis, welches den Herkunftsbeleg für die physische Vereinnahmung darstellt.
Wareneingänge sind herkunftsbelegübergreifend, können jedoch auch für einzelne Herkunftsbelege getrennt bearbeitet werden. Bei der getrennten Bearbeitung von Wareneingangsvorgängen nach Herkunftsbelegen erfolgt die Errichtung des Wareneingangs i.d.R. aus dem jeweiligen Herkunftsbeleg heraus. Eine manuelle Errichtung des Belegs ist jedoch ebenso möglich. Mit einem Wareneingangsbeleg können z.B. die Lieferungen eines Lieferanten über unterschiedliche Bestellungen hinweg vereinnahmt werden. Ebenso wird z.B. bei schwimmenden Wareneingängen eine Sendung für das Lager gebündelt erfasst. Sendungsrelevante Avisinformationen werden dem Wareneingang zur zusammenfassenden Betrachtung von Containersendungen mitgegeben.
WRT-0010 - Wareneingangsbeleg errichten
Im System wird ein neuer Wareneingangsbeleg errichtet. Alle relevanten Sendungsinformationen müssen angegeben werden (Lagerort, Kreditor, Debitor, Kreditorenlieferscheinnr., Kreditorenrechnungsnr.). Die angegebenen Informationen wirken dabei trennend für die Betrachtung nachgelagerter Prozesse.
Eingehende Prozesse: WRT - Wareneingang, WRB - Wareneingangsbuch, ROP - Retoure Debitor, TOP - Umlagerungsauftrag, POP - Bestellabwicklung.
WRT-0020 - Herkunftsbeleg holen
Mit dem Holen der Herkunftsbelege werden alle offenen Mengen aus den jeweiligen Quellbelegen in den Wareneingang übernommen. Je nach Quellbeleg sind so mehrere Teilbuchungen möglich. Der Herkunftsbeleg kann entweder anhand der Belegnummer, einer Liste mit allen Belegen oder einer gefilterten Liste nach bspw. Kreditor und Belegart geholt werden. Dazu stehen entsprechende Funktionen zur Verfügung. Durch die Bestätigung des Herkunftsbeleges werden die Zeilen in den Beleg übernommen.
WRT-0030 - Zeilendaten erfassen
Die Mengen werden anhand des Lieferscheins bzw. der Zählung abgeglichen. Im Feld „Menge akt. Lieferung" erfolgt der Abgleich der Mengen auf SKU-Ebene. Die Funktion „Matrixerfassung" kann genutzt werden.
Bei Abweichung der Mengen im Wareneingang zur ursprünglichen Bestellung/Avis erfolgt eine Anpassung der Restmengen, wobei sowohl Unter- als auch Überlieferungen möglich sind. Bei Avisen werden diese Mengendifferenzen automatisch auf dem schwimmenden Lager korrigiert und dem Prozess der Behandlung von Lieferdifferenzen zugeführt. Positionen, die nicht geliefert wurden, können im Wareneingangsbeleg entfernt werden. Die zugrundeliegenden Belegzeilen bleiben dabei mit ihren Restmengen im Herkunftsbeleg erhalten. Sollen diese im Falle von Bestellungen nicht erhalten bleiben, so kann über die Funktionalität „Restmengen anpassen" die Restmenge auf die Liefermenge herunterkorrigiert werden. Nach Buchung des Wareneingangs sind somit keine offenen Mengen mehr in der Bestellung enthalten. Bei Avisen erfolgt die Ausbuchung von Unterlieferungen mit Abschluss des Avises. Dies kann vom Wareneingangskopf aus gesteuert werden.
Neben den Mengen für die Vereinnahmung ist eine Definition der an die Qualitätskontrolle abzugebenden Mengen möglich. Diese werden bei Buchung automatisch vom Ziellager des Wareneingangs auf das QS-Lager umgelagert und können im Qualitätskontrollbeleg überprüft werden.
Eingehende Prozesse: WRT - Wareneingang.
WRT-0040 - Summenprüfung durchführen
Die Summe der Erfassung ergibt die zu buchende Menge im Wareneingang. Dazu wird die Gesamtmenge des Wareneingangs über die Statistikfunktion überprüft. Diese dient als letzte Prüfung vor der Buchung und muss die Menge der Einzelteile laut Lieferantendokumenten ergeben.
Eingehende Prozesse: WRT - Wareneingang.
WRT-0050 - Wareneingang buchen
Durch das Buchen des Wareneingangs erfolgt die Vereinnahmung auf das jeweils angegebene Ziellager. Es werden die Artikelposten, Wertposten und jeweils gebuchte Belege erzeugt (geb. Wareneingang, geb. Avis, geb. Lieferungen, geb. Umlagerungseingang, geb. Rücksendung). Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine Warenrechnung bei Buchung einer Einkaufslieferung für die Rechnungskontrolle zu errichten. Die Differenzenbehandlung für Wareneingänge aus schwimmenden Prozessen wird gestartet und Unter- bzw. Überlieferungen in Form von Abgängen/Zugängen bzw. Einkäufen gebucht. Angegebene Mengen, die für die Qualitätssicherung bestimmt sind, werden automatisch vom Ziellager des Wareneingangs aus auf das QS-Lager umgelagert und zur Kontrolle ein Qualitätskontrollbeleg erstellt. Im Falle eines schwimmenden Wareneingangs wird ein Avisbeleg errichtet. Dieser dient der Nachverfolgung unterwegs befindlicher Ware und als Herkunftsbeleg für den physischen Wareneingang.
Ausgehende Prozesse: QAG - Warenqualitätssicherung, HRD - Behandlung von Lieferdifferenzen, LSD - Lagerort-Größen-Verteiler, VIN - Rechnungsabwicklung Kreditor, WPA - Einlagerung, LPT - Etikettendruck, EXP - EDI-Export.